Ein operativer Gewinnsprung von 150,5 Prozent klingt nach einem Ausnahmequartal. Bei Nintendo steckt der eigentliche Treiber jedoch in einer Rückerstattung, die mit dem eigentlichen Geschäft wenig zu tun hat. Kein Wunder, dass Anleger die Zahlen genauer sortieren mussten, bevor die Aktie am Berichtstag um 6,25 Prozent auf 43,41 Euro zulegte.

Zoll-Erstattung als Gewinntreiber

Der operative Gewinn im ersten Geschäftsquartal kletterte von 312,5 Millionen auf 783,2 Millionen Euro, die Marge sprang von 9,9 auf 27,5 Prozent. Analysten hatten im Schnitt nur mit rund 386 Millionen Euro gerechnet. Der Grund für die Diskrepanz: Nintendo verbuchte eine Rückerstattung zuvor selbst getragener US-Zölle in Höhe von etwa 300 Millionen Dollar als Kostensenkung, hinzu kam Rückenwind durch den schwachen Yen. Der den Eigentümern zurechenbare Gewinn stieg um 54 Prozent auf 809,5 Millionen Euro, während der Nettoumsatz um 9,5 Prozent auf 2,84 Milliarden Euro sank.

Der Umsatzrückgang erklärt sich vor allem durch den harten Vorjahresvergleich – damals war die Switch 2 gerade gestartet. Im aktuellen Quartal setzte Nintendo 3,82 Millionen Switch-2-Konsolen ab, ein Rückgang von 34,4 Prozent. Die Software lief dagegen deutlich besser: Die Switch-2-Spieleverkäufe legten um 9,2 Prozent zu, angetrieben von Titeln wie „Tomodachi Life: Living the Dream“ mit 7,94 Millionen verkauften Exemplaren.

Prognose bleibt trotz Ausreißerquartal unverändert

Trotz des starken Auftakts rührte Nintendo an der Jahresprognose nichts. Für das bis März 2027 laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern weiter mit einem Umsatzrückgang von rund 11 Prozent und einem um 26,9 Prozent sinkenden Nettogewinn. Als Belastung nennt das Unternehmen steigende Preise für Speicherchips und Zölle. Auch die Dividendenprognose von 0,89 Euro je Aktie blieb bestätigt – ein Rückgang von rund 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Parallel zieht Nintendo ab dem 1. September die Preise für die Switch 2 in den USA an, von 449,99 auf 499,99 Dollar. Außerhalb des Konsolengeschäfts liefert der Film „The Super Mario Galaxy Movie“ einen unerwarteten Erfolg: Seit dem Kinostart im April spielte er weltweit mehr als eine Milliarde Dollar ein und zählt damit zu den erfolgreichsten Videospiel-Verfilmungen überhaupt.