NIQ Global Intelligence hat heute den Markt mit einem deutlichen Gewinn- und Umsatzplus im zweiten Quartal 2026 überrascht. Das Unternehmen profitierte dabei insbesondere von einer starken Nachfrage nach Lösungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und hob in der Folge seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr an.

Umsatzsprung durch KI-Lösungen

Im abgelaufenen Quartal steigerte NIQ seinen Umsatz auf rund 1,1 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war das Geschäft mit KI-Lösungen, das ein überdurchschnittliches Plus von 34 Prozent verzeichnete. Das bereinigte EBITDA kletterte um 21,9 Prozent auf 262 Millionen US-Dollar, wodurch sich die entsprechende Marge um 270 Basispunkte auf 23,3 Prozent verbesserte.

An der Börse lösten diese Ergebnisse eine massive Kaufwelle aus. Die NIQ-Aktie notiert heute bei 13,40 Euro und verzeichnet damit ein Plus von 32,67 Prozent. Durch diesen Kurssprung liegt der Wert nun etwa 52,78 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage.

Analysten reagieren mit Kurszielerhöhungen

Aufgrund der operativen Stärke hat das Management seine Erwartungen für das Gesamtjahr 2026 nach oben korrigiert. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) wird nun in einer Spanne von 1,08 bis 1,12 US-Dollar erwartet. Beim freien Cashflow geht das Unternehmen von Werten zwischen 245 und 255 Millionen US-Dollar aus. In einem früheren Ausblick waren noch niedrigere Zielmarken kommuniziert worden.

Die Analysten von Wells Fargo reagierten unmittelbar auf die neuen Daten und erhöhten ihr Kursziel für NIQ von 13 auf 16,50 US-Dollar. Die Experten bestätigten ihre Einstufung mit „Overweight“ und verwiesen darauf, dass NIQ nun bereits das zehnte Quartal in Folge ein organisches Wachstum im mittleren einstelligen Bereich erzielt habe. Zudem wurde auf die Übernahme von YiMian (Flywheel China) hingewiesen, die die Position im asiatischen Raum stärken soll.

Regionales Wachstum und Bilanzstruktur

Regional betrachtet erwies sich der amerikanische Markt mit einem Erlöswachstum von 8,3 Prozent als stärkster Pfeiler, während die Region EMEA ein Plus von 4,9 Prozent beisteuerte. Trotz des positiven operativen Trends verzeichnete NIQ unter dem Strich einen Nettoverlust von 30,5 Millionen US-Dollar. Dieser steht im Zusammenhang mit hohen operativen Ausgaben und Zinsbelastungen.

Dennoch gelang es dem Konzern, seine finanzielle Stabilität zu verbessern und die Netto-Verschuldungsquote auf das 3,1-Fache des EBITDA zu senken. Ein zusätzliches Signal für das Vertrauen in die langfristige Strategie lieferte bereits im Mai ein Insiderkauf: James M. Peck erwarb zu diesem Zeitpunkt 118.625 Aktien, was einer Aufstockung seiner Position um mehr als ein Drittel entsprach.

Parallel dazu implementiert das Unternehmen ein Kostensenkungsprogramm, das jährliche Einsparungen von bis zu 80 Millionen US-Dollar realisieren soll.