Nokia Aktie: Kooperation mit Nvidia vertieft

Nokia-Aktie erreicht Rekordhoch, fällt aber schnell zurück. KI-Wachstum steht schwachem Mobilfunkgeschäft gegenüber.

Nokia Aktie
Kurz & knapp:
  • Rekordhoch bei 16,46 Dollar
  • Rasche Kurskorrektur danach
  • KI-Umsatzanteil steigt auf 8%
  • Mobilfunksparte belastet Gesamtergebnis

Am 26. Mai markierte Nokia den höchsten Schlusskurs seiner Geschichte – 16,46 Dollar. Nur zwei Tage später notierte die Aktie bereits wieder deutlich tiefer. Der Kontrast könnte kaum größer sein: Einerseits treibt der KI-Infrastruktur-Boom den Aktienkurs auf Jahressicht um 129 Prozent nach oben, andererseits bremst ein schwächelndes Kerngeschäft das Momentum. In Frankfurt schloss die Nokia-Aktie am Freitag bei 12,76 Euro – ein Minus von 2,7 Prozent an einem Tag.

Die jüngste Rallye von rund 12,35 auf über 16,60 Dollar zeigt, wie stark die AI-Nachfrage Nokia erfasst hat. Doch der anschließende Rücksetzer auf 14,90 Dollar machte deutlich: Der Markt beginnt, die Bewertung zu hinterfragen.

Analysten-Upgrades bremsen den Fall nicht

Die Unterstützung durch renommierte Häuser war da: SEB Equities stufte Nokia auf Buy hoch und setzte ein Kursziel von 8,90 Euro. Morgan Stanley erhöhte das Kursziel für die US-ADR auf 16,50 Dollar und bezeichnete Nokia als Top-Pick im KI-Umfeld. Doch diese bullischen Stimmen verpufften. Am 27. Mai verlor die Aktie 3,4 Prozent – während der Vergleichsindex lediglich 0,48 Prozent nachgab. Ein klares Zeichen für aktienspezifischen Verkaufsdruck, nicht für eine marktweite Schwäche.

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Die Bewertungsdebatte wird schärfer

Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 100 signalisiert: Der Markt zahlt bereits für künftiges Wachstum, nicht für gegenwärtige Gewinne. Die Basis dafür ist vorhanden: Im ersten Quartal 2026 legten die Verkäufe an KI- und Cloud-Kunden um 49 Prozent zu und machen inzwischen 8 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Dennoch hat weniger als die Hälfte der Analysten ein Buy-Rating. Das durchschnittliche Kursziel liegt deutlich unter dem jüngsten Hoch – ein Indiz für die gespaltene Wahrnehmung.

Das schwierige Erbe: Mobilfunknetze

Gleichzeitig zieht die Mobilfunksparte die Gesamtperformance nach unten. Investitionen in Funkzugangsnetze bleiben verhalten. Nokia ist auf wenige, kapitalkräftige Telekommunikationskonzerne angewiesen, die ihre Verhandlungsposition voll ausspielen. UBS empfiehlt, Nokia nach einer Sum-of-the-Parts-Methode zu bewerten – getrennt nach KI-exponierten und langsamer wachsenden Bereichen.

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Der Trumpf: KI-gestützte Netze und die Nvidia-Partnerschaft

Die fundamentale Neubewertung stützt sich auf Nokias strategischen Schwenk zur KI-Infrastruktur. Die Partnerschaft mit Nvidia wurde vertieft: Nvidia-basierte Produkte fließen in das mobile Netzportfolio ein. Ein neu eröffnetes AI Networking Innovation Lab im kalifornischen Sunnyvale testet Netzarchitekturen für großflächige KI-Trainings und Echtzeit-Inferenz. Im ersten Quartal sicherte sich Nokia Aufträge über rund eine Milliarde Euro aus dem KI-Umfeld und hob die Jahresprognose für das Netzinfrastruktur-Wachstum auf 12 bis 14 Prozent an.

Technische Indikatoren geben Orientierung

Unterstützungslinien bei 14,90 und 12,45 Dollar könnten bei weiteren Rücksetzern Halt bieten. Ein Bruch darunter würde Verkaufssignale auslösen. Kurzfristig hat sich ein solches Signal bereits am 26. Mai ergeben – seither verlor die Aktie 7,2 Prozent. Die gleitenden Durchschnitte bleiben positiv, der kurzfristige liegt über dem langfristigen, was den Aufwärtstrend grundsätzlich bestätigt.

Die nächsten Wegmarken sind die Auftragseingänge im zweiten Quartal und der Halbjahresbericht im Juli. Bis dahin bleibt die Lücke zwischen Nokias KI-Ambitionen und dem noch bescheidenen KI-Umsatzanteil der Treiber für Volatilität – und für eine gespaltene Analystengemeinschaft.

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