Das Unternehmen meldet positive Signale: eine neue Umweltdeklaration, eine Fabrikeröffnung in der Türkei und einen Großauftrag. Die Aktie fällt dennoch auf Monatssicht um rund zehn Prozent. Anleger fragen sich, warum die gute Nachrichtenlage nicht im Kurs ankommt.
Seit Jahresbeginn liegt Nordex immerhin noch 39 Prozent im Plus. Der RSI von 28,2 deutet auf eine technische Überverkauftheit hin. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 49,42 Euro beträgt aktuell rund 16 Prozent.
Umweltdeklaration und Lieferkette
Am 28. Mai lud Nordex über 120 Geschäftspartner zum Supplier Day in die Elbphilharmonie. Thema: die Optimierung der Lieferketten. Einen Tag zuvor veröffentlichte der Konzern eine Umweltproduktdeklaration für das Turbinenmodell N175/6.X.
Solche Zertifikate gewinnen an Bedeutung. Ab September verbietet die EU-Richtlinie EmpCo vage Umweltversprechen ohne Belege. Nordex legt damit konkrete Daten zur Lebenszyklusbilanz einer Turbine vor.
Operativer Fortschritt in der Türkei
Am 22. Mai nahm Nordex eine neue Rotorblattfertigung in der Türkei in Betrieb. Zeitgleich sicherte sich das Unternehmen einen Auftrag über 16 Turbinen für das Projekt Balıkesir-3 – inklusive zehnjährigem Servicevertrag.
Analysten stützen die positive Sicht. Die Deutsche Bank belässt die Einstufung auf „Buy“ mit Kursziel 59 Euro. Das Papier notiert bei 41,72 Euro, die Marktkapitalisierung liegt bei rund zehn Milliarden Euro.
Insiderkäufe von Vorstandsmitglied Dr. Ilya Hartmann im vergangenen Jahr signalisieren Vertrauen der Führungsebene. Im Mai 2026 fand die Hauptversammlung statt. Anleger erhoffen sich dort Klarheit zur Dividendenpolitik und Strategie für das zweite Halbjahr.
Der Rücksetzer der vergangenen Wochen könnte Gewinnmitnahmen nach dem starken Jahresplus geschuldet sein. Fundamental sieht die Lage solide aus – die Frage ist, ob der Markt nach dem 130-Prozent-Jahr erst einmal eine Verschnaufpause einlegt.
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