Nach einer Serie von Heraufstufungen durch namhafte Investmentbanken steht der Windkraftanlagenbauer Nordex im Fokus der Anleger. Am Montag und Dienstag sorgten neue Kaufempfehlungen für Optimismus, während das Unternehmen heute seine Strategie vor internationalen Investoren in New York präsentiert. Im Zentrum des Interesses stehen dabei die robuste Auftragslage in den USA sowie die Aussicht auf eine verbesserte Profitabilität.
Banken heben Kursziele nach starken Quartalszahlen an
Die Analysten der Bank of America haben die Aktie am Montag von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 50 auf 54 Euro angehoben. Begründet wurde dieser Schritt mit einem soliden Auftragseingang aus den USA und einer zunehmend stabilisierten Lieferkette. Zudem sehen die Experten Potenzial für eine Anhebung der mittelfristigen Ziele für die EBITDA-Marge durch das Management, die aktuell bei einer Spanne von 10 bis 12 Prozent liegt.
Am gestrigen Dienstag schloss sich die Citigroup diesem positiven Votum an und stufte das Papier ebenfalls auf „Buy“ mit einem Kursziel von 50 Euro hoch.
Diese Einschätzungen folgen auf die bereits Ende Juli vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal, in denen Nordex einen Umsatzsprung von 16 Prozent auf 2,18 Milliarden Euro verzeichnete. Das operative Ergebnis (EBITDA) lag mit 224 Millionen Euro rund 18 Prozent über den Markterwartungen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits um 36 Prozent an Wert gewonnen.
Fokus auf den US-Markt und internationale Großaufträge
Ein wesentlicher Treiber für die positive Bewertung ist die verstärkte Präsenz auf dem nordamerikanischen Markt. Medienberichten zufolge sicherte sich das Unternehmen Anfang August drei Verträge in den USA mit einem Gesamtvolumen von 480 Megawatt.
Diese Aufträge umfassen die Lieferung von 81 Turbinen des Typs N163/5.X. Parallel dazu festigt Nordex seine Position im Heimatmarkt Deutschland. Am 19. August wurde ein Auftrag der EFG Energy Farming Gruppe über 82 Megawatt für Bürgerwindprojekte in Niedersachsen bekannt, für die das Unternehmen zudem Serviceverträge mit einer Laufzeit von 20 Jahren unterzeichnete.
Trotz der überwiegend positiven Stimmung gibt es im Analystenlager auch vorsichtigere Stimmen. RBC Capital Markets senkte am 20. August das Kursziel von 38 auf 36 Euro und behielt die Einstufung „Underperform“ bei.
In der Gesamtbetrachtung zeigt sich jedoch ein deutlicher Trend nach oben, wobei die Kurszielspanne der Experten derzeit von 36 bis 54 Euro reicht. Im heutigen Handel notiert das Papier bei 39,70 Euro, was einem Rückgang von 1,8 Prozent entspricht. Damit bewegt sich der Kurs weiterhin 2,3 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage.
Teilnahme an Investorenkonferenz in New York
Am heutigen Mittwoch nimmt das Nordex-Management an der Jefferies Corporate Conference in New York teil. Solche Termine werden von Investoren genutzt, um tiefere Einblicke in die Auftragsbücher und die Fortschritte bei der Kosteneffizienz zu erhalten. Angesichts der jüngsten Erfolge im US-Geschäft dürfte der Dialog mit internationalen Kapitalgebern neue Impulse für die Wahrnehmung am Markt liefern.
Die operative Entwicklung stützt zudem die bereits bestätigte Prognose für das Gesamtjahr 2026, die einen Umsatz zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro vorsieht. Aktionäre blicken nun auf den voraussichtlich am 29. Oktober anstehenden Bericht zum dritten Quartal, der zeigen muss, ob die Dynamik bei den Auftragseingängen und die Stabilisierung der Margen wie erwartet anhalten.
Auch wenn Finanzvorstand Ilya Hartmann bereits Mitte August eigene Aktien im Wert von rund 230.000 Euro erwarb, bleibt die weitere Kursentwicklung maßgeblich von der Umsetzung der US-Großprojekte und der globalen Lieferketteneffizienz abhängig.
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