Die Nordex-Aktie steht nach einer ereignisreichen Handelswoche im Fokus der Analysten. Während ein großes Bankhaus sein Kursziel drastisch nach oben schraubte, zeigte sich ein anderer Akteur skeptisch. Flankiert werden diese Einschätzungen von einem Vertrauensbeweis aus der Führungsebene sowie neuen Aufträgen auf dem Heimatmarkt.
Gegensätzliche Analystenstimmen und Kapazitätsfragen
Am vergangenen Freitag hat Barclays das Kursziel für Nordex massiv von 15,80 Euro auf 35,00 Euro angehoben, behält jedoch die Einstufung „Equal Weight“ bei. Analyst Vlad Sergievskii warnte in diesem Zusammenhang Medienberichten zufolge vor ökonomischen und baulichen Kapazitätsgrenzen im deutschen Windmarkt.
Im Sektorvergleich bevorzuge das Analysehaus derzeit Hersteller von Stromkabeln wie NKT, Nexans oder Prysmian gegenüber Turbinenbauern wie Nordex oder Vestas.
Einen Tag zuvor, am Donnerstag, senkte RBC Capital Markets das Ziel für das Papier geringfügig von 38,00 Euro auf 36,00 Euro und bestätigte die Einstufung „Underperform“ nach Abschluss der europäischen Berichtssaison im Kapitalgütersektor. Damit liegen beide neuen Kursziele unter dem aktuellen Marktniveau, was die Debatte um die Bewertung des Titels anheizt.
Operative Impulse und Insiderkäufe
Neben den Analystenstimmen stützen operative Nachrichten das Bild. Vor gut einer Woche erhielt Nordex von der EFG Energy Farming Gruppe Aufträge über zwölf Windturbinen mit einer Gesamtleistung von rund 82 Megawatt für die niedersächsischen Projekte „Erlte-Endel“ und „Bad Essen“. Der Vertrag umfasst zudem Premium-Serviceverträge über einen Zeitraum von 20 Jahren.
Parallel dazu setzte das Management ein deutliches Zeichen: Vorstandsmitglied Dr. Ilya Hartmann erwarb am 12. August über den Handelsplatz Xetra Nordex-Aktien im Gesamtwert von knapp 115.000 Euro. Der Kauf erfolgte zu einem Durchschnittspreis von 40,98 Euro und unterstreicht das Vertrauen der Führungsebene in die künftige Entwicklung, trotz der jüngsten Kurskorrekturen.
Finanzielle Entwicklung und Ausblick
Rückblickend auf die vor gut drei Wochen veröffentlichten Quartalszahlen konnte der Windkraftanlagenbauer seine Bilanz deutlich stärken. In Medienberichten wurden insbesondere die zweistellige EBITDA-Marge sowie der Anstieg des Nettogewinns von 31 Millionen Euro auf 111,5 Millionen Euro hervorgehoben. Der Auftragseingang kletterte in diesem Zeitraum um 32 % auf 3,1 Gigawatt.
Seit Jahresbeginn hat sich das Papier bereits positiv entwickelt und weist eine Wertsteigerung von 33 % auf. Mit dem Schlusskurs von 38,82 Euro am Freitag notiert der Wert zudem etwa 1,9 % über dem 200-Tage-Durchschnitt von 38,08 Euro. Die Anleger blicken nun auf den 30. Oktober, wenn das Unternehmen die Quartalsmitteilung zum 30. September vorlegen wird. Analysten erwarten hierfür im Konsens einen Umsatz von 2,22 Milliarden Euro.
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