Nach einer Kursrally von fast 50 Prozent seit Jahresbeginn hat die Bank of America Securities die Reißleine gezogen. Das Downgrade von „Buy“ auf „Neutral“ trifft Nordex ausgerechnet an einem Tag, an dem das Unternehmen einen neuen Auftrag aus dem Sauerland vermelden kann — ein klassisches Wechselbad aus operativem Rückenwind und Bewertungsbedenken.
Bewertung hat das Aufwärtspotenzial aufgezehrt
Der Kern des Analystenurteils ist einfach: Die Aktie ist ihrer eigenen Story davongelaufen. BofA lässt das Kursziel bei 50 Euro unverändert, sieht aber bei einem aktuellen Kurs von rund 44,74 Euro kaum noch attraktives Aufwärtspotenzial. Die Analysten verweisen darauf, dass Nordex inzwischen mit dem 7,6-fachen des für 2027 geschätzten EV/EBITDA handelt — rund 20 Prozent über dem bereinigten Zehnjahresschnitt von 6,4x.
Gleichzeitig korrigierte die Bank ihre EBITDA-Schätzungen leicht nach unten: für 2026 auf 949 Millionen Euro, für 2027 auf 1,15 Milliarden Euro. Als Hauptgrund nennt BofA die Kraftstoffkosten bei ausgehenden Frachttransporten, die etwa ein Prozent des Umsatzes ausmachen könnten. Hinzu kommt, dass Nordex mehr als 30 Prozent seiner Bauteile aus China bezieht — ein Lieferkettenrisiko, das die Bank angesichts möglicher Raffineriekürzungen in Asien für zunehmend relevant hält.
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Mittelfristig bleibt BofA konstruktiv. Die Analysten erwarten für 2026 einen Konzernumsatz von 9,24 Milliarden Euro und steigende bereinigte EBITDA-Margen. Den Gewinn je Aktie sehen sie auf einem klaren Wachstumspfad: von 2,23 Euro (2026) über 2,89 Euro (2027) bis auf 3,55 Euro im Jahr 2028.
Bemerkenswert ist ein struktureller Hinweis der Bank: In Deutschland hat inzwischen die Netzinfrastruktur das Genehmigungsverfahren als primären Engpass für neue Windkraftinstallationen abgelöst — selbst wenn die geplante Auktionserhöhung auf über 12 GW jährlich Realität wird.
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Sauerland-Auftrag unterstreicht Auftragspipeline
Operativ läuft das Geschäft weiter. Nordex erhielt von der STAWAG Energie GmbH einen Auftrag über fünf Windenergieanlagen des Typs N163/6.X für den 35-MW-Windpark Frettertal in der Gemeinde Finnentrop im Kreis Olpe. Die Turbinen mit einer Nabenhöhe von 164 Metern sollen ab Sommer 2027 errichtet und Anfang 2028 in Betrieb genommen werden.
Zum Liefervertrag gehört ein 20-jähriger Premium-Servicevertrag — genau die Art von langfristiger Vereinbarung, die Nordex planbare Cashflows und stabile Margen im After-Sales-Geschäft sichert.
Das Downgrade von BofA trifft eine Aktie, die seit dem 52-Wochen-Tief vom April 2025 außerordentlich stark gelaufen ist. Der Sauerland-Auftrag zeigt, dass die operative Dynamik intakt bleibt. Für Anleger verschiebt sich damit die Kernfrage: nicht ob das Geschäft läuft, sondern ob der Kurs das bereits vollständig widerspiegelt.
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