Nordex verdient mehr, obwohl das Unternehmen weniger Anlagen aufgestellt hat. Im dritten Quartal stieg das Konzernergebnis von knapp 52 auf rund 147 Millionen Euro und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenerwartungen. Die Aktie sprang im Handel bis an den Widerstandsbereich um 41,50 Euro.

Profitabilität im Fokus

Der Windanlagenbauer hatte bereits Mitte Oktober vorläufige Zahlen vorgelegt und die Margenerwartung angehoben. Für 2026 rechnet Nordex nun mit einer EBITDA-Marge von 11,5 bis 12,5 Prozent. Nach neun Monaten stand sie bei 10,6 Prozent.

Der Umsatz legte um 28,2 Prozent auf knapp 2,2 Milliarden Euro zu. Für das Schlussquartal kalkuliert das Management mit Erlösen zwischen 2,25 und 3,05 Milliarden Euro. Das ist eine breite Spanne, sie liegt aber im Rahmen der Jahresprognose.

CEO Jose Luis Blanco sprach von einem wichtigen Meilenstein und verwies auf disziplinierte Umsetzung in den Segmenten Projekte und Service. Neuaufträge aus den USA und Neuseeland stützen aus seiner Sicht die Perspektive. Die Prognose liege am oberen Ende des mittelfristigen Zielkorridors.

Schwächere Installationen

Nicht alles lief rund. Nordex installierte 331 Anlagen mit zusammen 2.021 Megawatt, nach 420 Anlagen mit 2.576 Megawatt im Vorjahresquartal. Die Produktion sank um 7,0 Prozent auf 2.363 Megawatt, was laut Unternehmen im Einklang mit dem Projektplan steht.

Als Gründe nennt Nordex Verzögerungen auf Kundenseite, bei Transportgenehmigungen und in der Rotorblattfertigung in der Türkei. Es sind vor allem zeitliche Verschiebungen, kein Nachfrageproblem. Die Erlöse und Ergebnisse profitieren dennoch von der Projektabwicklung.

Charttechnik nach dem Kurssprung

Die Aktie hat eine Kurslücke vom Mittwoch hinterlassen. Nach Einschätzung von Chartanalysten liegt die erste Auffanglinie bei rund 38,90 Euro. Ein Rückfall darunter würde den jüngsten Ausbruch infrage stellen, dann rückten 36,52 Euro in den Blick.

Nach oben markieren 45,18 Euro und 47,65 Euro die nächsten Hürden. Gelingt der Sprung über 41,50 Euro nachhaltig, wäre der Weg dorthin frei. Entscheidend ist, ob Nordex im Schlussquartal die angepeilten Umsätze von mindestens 2,25 Milliarden Euro liefert.