Der Kurs von Nordex gab am Montag um 2,8 Prozent nach und schloss bei 37,26 Euro. Für den Rückgang am jüngsten Handelstag gab es keine neuen unternehmensspezifischen Anlässe. Auf Jahressicht behauptet das Papier des Windturbinenherstellers dennoch ein deutliches Plus von 28 Prozent.
Die schwächere Notierung folgt auf eine Phase reger Auftragseingänge. In den vergangenen Wochen konnte das Unternehmen mehrere Vereinbarungen in europäischen Kernmärkten abschließen und das Orderbuch für die kommenden Jahre ausbauen.
Auftragszuwachs in den europäischen Kernmärkten
Zum Monatswechsel sicherte sich Nordex neue Verträge über insgesamt 175 Megawatt in Frankreich, Portugal und Spanien. Die Vereinbarungen umfassen 34 Windenergieanlagen samt mehrjährigen Serviceverträgen für verschiedene Projektstandorte. Kunden und konkrete Windparks wurden bei diesen Abschlüssen nicht genannt.
Mit den jüngsten Vereinbarungen stärkt der Konzern seine Marktposition in etablierten Regionen. Die anhaltende Nachfrage stützt die Auslastung der Produktion und festigt die Präsenz des Herstellers in Südwesteuropa.
Zusätzliche Nachfrage verzeichnete das Unternehmen aus Österreich und Deutschland. Am 1. Oktober erteilte WEB Windenergie den Auftrag über 56 Megawatt für das Repowering-Projekt Auersthal RI. Bereits am 29. September hatte Navaris zudem Turbinen mit einer Gesamtleistung von 42 Megawatt für den Windpark Lambacher Höh in Rheinland-Pfalz geordert.
Analysten blicken auf das dritte Quartal
Trotz der jüngsten Kursschwäche halten Branchenbeobachter an ihren positiven Einschätzungen fest. Die Experten verweisen vor allem auf das solide operative Neugeschäft, thematisieren aber auch mögliche zeitliche Verzögerungen bei einzelnen Projekten.
Goldman Sachs bestätigte am 1. Oktober die Einstufung „Buy“ und hob das Kursziel auf 52,80 Euro an. Bereits am 30. September hatte Jefferies die Kaufempfehlung bekräftigt. Analyst Constantin Hesse rechnete dabei mit einem soliden dritten Quartal, verwies jedoch auf mögliche Belastungen durch Verzögerungen auf Kundenseite.
Die Einschätzungen spiegeln das Spannungsfeld wider, in dem sich der Sektor bewegt: Einerseits sorgen gut gefüllte Auftragsbücher für Visibilität, andererseits erfordern die termingerechte Abwicklung und externe Projektverzögerungen erhöhte Aufmerksamkeit.
Termine und Kapitalstruktur im Blick
Neben dem operativen Geschäft vollzog das Unternehmen zum Monatswechsel eine formelle Anpassung. Durch die Ausgabe von Bezugsaktien stieg die Gesamtzahl der Stimmrechte mit Wirkung zum 30. September auf 236.880.554 Stück.
Klarheit über den weiteren Geschäftsverlauf dürften die anstehenden Finanzdaten liefern. Nordex hat die Veröffentlichung der Quartalsmitteilung zum dritten Quartal für den 5. November angekündigt. Am selben Tag wird das Management die Ergebnisse im Rahmen einer Telefonkonferenz den Anlegern erläutern.
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