Der Hamburger Windkraftanlagenbauer Nordex hat zum Ausklang des dritten Quartals eine Reihe europäischer Großaufträge gemeldet. Das Unternehmen sicherte sich innerhalb weniger Tage Neuprojekte in mehreren Schlüsselmärkten, während sich Analysten uneins über das Kurspotenzial vor den nächsten Quartalszahlen zeigen.
Vertragsserie von Südeuropa bis Österreich
Den jüngsten Abschluss meldete Nordex am Donnerstag aus Österreich. Für das Repowering-Projekt Auersthal RI orderte WEB Windenergie acht Turbinen des Typs N175/6.X mit einer Gesamtleistung von 56 Megawatt. Die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant. Der Vertrag umfasst zudem eine Premium-Servicevereinbarung über eine Laufzeit von 25 Jahren.
Bereits am Mittwoch hatte Nordex ein größeres Auftragspaket über insgesamt 175 Megawatt bekanntgegeben. Die Bestellungen erstrecken sich über Frankreich, Portugal und Spanien und umfassen 34 Windenergieanlagen samt mehrjährigen Serviceverträgen. Die Installation und Inbetriebnahme dieser Turbinen ist für den Zeitraum 2027 bis 2028 angesetzt.
Die Namen der Auftraggeber und der einzelnen Windparks blieben ungenannt. Ergänzt wurde die Serie am Dienstag durch einen Zuschlag in Deutschland: Für das Projekt Lambacher Höh in Rheinland-Pfalz orderte der Entwickler Navaris sechs Turbinen mit 42 Megawatt Gesamtkapazität und schloss einen Servicevertrag über 20 Jahre ab.
Gespaltene Stimmen vor den Quartalszahlen
Die Serie an Auftragseingängen fällt in eine Phase, in der Analysten die Gewinnaussichten unterschiedlich gewichten. Am Mittwoch bestätigte das Analysehaus Jefferies seine Kaufempfehlung für die Nordex-Aktie mit einem Kursziel von 60 Euro.
Analyst Constantin Hesse stellte dabei ein solides drittes Quartal in Aussicht. Zwar dürften Kundenverzögerungen wie im Vorquartal das Geschäft gebremst haben, doch verbesserte Margen könnten nach Einschätzung von Hesse eine Einengung der Jahresgewinnspanne am oberen Ende ermöglichen.
Deutlich zurückhaltender äußerte sich RBC Capital Markets am 23. September. Die Bank beließ ihre Einstufung auf „Underperform“ mit einem Kursziel von 36 Euro. Zwar habe das Nordex-Management auf Chancen in Märkten wie Deutschland, Nordamerika und der Türkei verwiesen, gleichzeitig stünden Wettbewerber im rentablen Instandhaltungsgeschäft jedoch mit strukturellen Skalenvorteilen da.
Blick auf die Zwischenbilanz im November
An der Börse ging die Nordex-Aktie am Freitag mit einem Schlusskurs von 38,34 Euro aus dem Handel. Trotz des jüngsten Konsolidierungsdrucks verzeichnet das Papier seit Jahresanfang ein Kursplus von 32 Prozent.
Klarheit über die operative Ertragskraft und die Auswirkung der jüngsten Vertragsabschlüsse erhalten Anleger am 5. November 2026. Nordex wird an diesem Tag um 7:00 Uhr seine Quartalsmitteilung für das dritte Quartal vorlegen und die Ergebnisse am Nachmittag in einer Telefonkonferenz erläutern.
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