Nordex hat am Donnerstagabend nachgelegt: Nach Börsenschluss hob der Windturbinenhersteller die Prognose für die EBITDA-Marge 2026 deutlich an. Der Grund sind ein stärkeres Servicegeschäft und eine überzeugende Projektabwicklung im dritten Quartal. Die vorläufigen Zahlen liegen über den Erwartungen.

Marge fast viermal so hoch wie geplant

Statt bislang 8,0 bis 11,0 Prozent peilt das Unternehmen nun eine EBITDA-Marge von 11,5 bis 12,5 Prozent an. Selbst die untere Kante der neuen Spanne liegt damit über dem oberen Ende der alten.

Das dritte Quartal liefert die Begründung. Das EBITDA stieg auf rund 278 Millionen Euro, nach 136 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die Marge erreichte 12,7 Prozent, vor einem Jahr waren es 8,0 Prozent.

Der Umsatz kletterte auf rund 2,2 Milliarden Euro, nach gut 1,7 Milliarden Euro im dritten Quartal 2025.

Cashflow und Risikopuffer

Mindestens so interessant ist die Liquidität. Der Freie Cashflow lag im Quartal bei 379 Millionen Euro und damit mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. Die liquiden Mittel stiegen auf rund 2,3 Milliarden Euro, zum Jahresende 2025 waren es 1,9 Milliarden Euro.

Zusätzlich half ein Effekt auf der Risikoseite: Belastungen, die Nordex in der bisherigen Projektprognose eingeplant hatte, traten nicht im angenommenen Umfang ein. Ein Teil der Margenanhebung dürfte also aus einem vorsichtigen Polster stammen, das sich nun auflöst.

CEO José Luis Blanco spricht von einer „sehr guten Ausgangsposition für das Schlussquartal“. Für die letzten drei Monate erwartet das Unternehmen weiter einen positiven Freien Cashflow, gestützt von anhaltender Dynamik beim Auftragseingang und einem besseren Working Capital.

Übrige Ziele bleiben stehen

Alle anderen Prognosewerte bleiben unverändert. Der Konzernumsatz soll 8,2 bis 9,0 Milliarden Euro erreichen, die Investitionen liegen bei rund 200 Millionen Euro. Die Working-Capital-Quote soll unter minus 9 Prozent bleiben.

Die vollständigen Zahlen für das dritte Quartal legt Nordex am 5. November 2026 vor. Dann zeigt sich, ob die vorläufigen, noch ungeprüften Werte Bestand haben und wie das Management das Schlussquartal einordnet.