Die Tochtergesellschaft Engebø Rutile and Garnet AS hat eine kurzfristige Finanzierungslösung über 7,5 Millionen US-Dollar vereinbart. Gestern stieg der Kurs von Nordic Mining daraufhin um 4,9 Prozent. Mit dieser Kapitalspritze verschafft sich das Unternehmen eine Atempause, um den Betrieb am strategisch wichtigen Engebø-Projekt vorerst aufrechtzuerhalten.
Temporäre Brücke bis Oktober
Die nun vereinbarte Finanzierung erfolgt über eine Erweiterung eines bestehenden Kredits in Höhe von 30 Millionen US-Dollar zu unveränderten Konditionen. Medienberichten zufolge wurden 25 Prozent der Summe bereits als Barmittel abgerufen. Die Mittel dienen als Überbrückung bis Mitte Oktober 2026. Bis zu diesem Zeitpunkt erwartet das Management eine Entscheidung der norwegischen Regierung über eine beantragte temporäre Einleitgenehmigung.
Diese finanzielle Weichenstellung erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt für den Bergbaukonzern. Der ursprüngliche Liquiditätsspielraum des Unternehmens war nach vorangegangenen Coupon-Aufschüben am vergangenen Freitag ausgelaufen.
Das Ziel der Unternehmensführung bleibt es, insgesamt zwischen 10 und 15 Millionen US-Dollar einzuwerben, um die operativen Tätigkeiten bis November 2026 abzusichern. Eine laufende technische Prüfung durch SRK Consulting soll die Grundlage schaffen, um bei den Anleihegläubigern die Zustimmung für eine weitere Aufstockung der Finanzierung zu erhalten.
Rechtliche Hürden und operative Defizite
Trotz der kurzfristigen Entspannung bei der Liquidität bleibt die Lage für Anleger herausfordernd. Über die letzten 30 Tage verlor das Papier etwa 17 Prozent an Wert. Ein wesentlicher Grund für die Verunsicherung am Markt war eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs im August.
Das Gericht bestätigte ein vorangegangenes Urteil, wonach die Genehmigungen für die Abraumdeponierung im Førdefjord aufgrund einer unzureichenden Begründung der Behörden ungültig sind. Obwohl der Betrieb laut Unternehmensangaben unter den bestehenden Umweltauflagen zunächst weitergeführt werden darf, hängt der Fortgang des Projekts maßgeblich von den ausstehenden behördlichen Bescheiden ab.
Zudem kämpft Nordic Mining mit operativen Anlaufschwierigkeiten. Im zweiten Quartal 2026 wies das Unternehmen einen operativen Verlust von 154,3 Millionen NOK aus. Zwar wurden am Standort Engebø bereits 1.262 Tonnen Rutil und 10.127 Tonnen Granat produziert, doch bisher konnten daraus keine Umsatzerlöse erzielt werden. Besonders die Gewinnung von Rutil lag zuletzt unter den Erwartungen.
Als Gründe nennt das Unternehmen Probleme bei der Wasserqualität und Schwierigkeiten bei der Trennung der Minerale. Im Laufe des Septembers soll neue Ausrüstung eintreffen, um die metallurgische Leistung und die Erzstabilisierung zu verbessern. Die Marktkapitalisierung von Nordic Mining beläuft sich aktuell auf umgerechnet 22,63 Millionen Euro.
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