Novartis hat die Phase-II-Studie zu Fabhalta mit dem Wirkstoff Iptacopan bei Lupusnephritis nach Abschluss des ersten Studienteils beendet. Reuters berichtete am Freitag unter Verweis auf das Studienregister von „strategischen Überlegungen“ als Begründung. Für Anleger ist die Unterscheidung entscheidend: Das Studienende ist damit belegt, ein Scheitern an Sicherheits- oder Wirksamkeitsproblemen dagegen nicht.
Strategische Entscheidung ohne Wirksamkeitsurteil
Das Register machte laut Reuters keine Angaben dazu, ob Sicherheits- oder Wirksamkeitsbedenken den Ausschlag gaben. Diese offene Frage begrenzt die Aussagekraft der Nachricht. Aus der genannten Begründung lässt sich weder ein negatives Wirksamkeitsurteil noch eine Entwarnung hinsichtlich möglicher Sicherheitsfragen ableiten.
Der konkrete Einschnitt betrifft die Untersuchung von Fabhalta bei Lupusnephritis. Die Entscheidung beendet diese Studie nach ihrem ersten Teil. Eine darüber hinausgehende Bewertung des Wirkstoffs lässt sich daraus nicht begründen. Für die Einordnung der Novartis-Pipeline ist deshalb wichtig, den Studienabbruch von den Fortschritten anderer Programme zu trennen.
Zulassungsfortschritte bilden den Gegenpol
Am 7. Oktober meldete Novartis die FDA-Genehmigung von Rhapsido mit dem Wirkstoff Remibrutinib für Erwachsene mit symptomatischem Dermographismus. Sie gilt für Patienten, bei denen H1-Antihistaminika nicht ausreichend wirken. Anders als beim beendeten Fabhalta-Projekt liegt hier eine positive Zulassungsentscheidung vor.
Auch bei Cosentyx gab es einen regulatorischen Fortschritt. Novartis meldete am 18. September eine positive Stellungnahme des CHMP zur EU-Zulassung von Secukinumab bei Erwachsenen mit Polymyalgia rheumatica. Sie betrifft Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf Steroide oder einem Rückfall während des Ausschleichens.
Die positive Stellungnahme ist dabei von einer erteilten EU-Zulassung zu unterscheiden. Zusammen zeigen die Meldungen unterschiedliche Entwicklungsstände: Eine Studie endet, während andere Programme regulatorische Schritte erreichen. Das spricht für eine getrennte Bewertung der einzelnen Vorhaben statt eines pauschalen Urteils über die gesamte Entwicklungspipeline.
Nächste Termine richten den Blick nach vorn
Für den 23. Oktober 2026 hat Novartis einen Investor-Call zum MS-Programm von Remibrutinib angekündigt. Dieser Termin betrifft damit ein anderes Entwicklungsprogramm als die beendete Fabhalta-Studie.
Am 27. Oktober 2026 folgt die angekündigte Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal 2026. Bis dahin bleibt die zentrale Einordnung: Novartis verzeichnet einen konkreten Rückschritt in der Entwicklung bei Lupusnephritis, zugleich stehen dem bestätigte regulatorische Fortschritte anderer Medikamente gegenüber.
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