Vor den für den 27. Oktober angekündigten Ergebnissen zum dritten Quartal 2026 stehen bei Novartis unterschiedliche Analystenurteile nebeneinander. Gleichzeitig erweitert das Unternehmen mit einer Lizenzvereinbarung seine Entwicklungsmöglichkeiten. Für Anleger zählt damit nicht allein die neue Pipeline: Der Ergebnisbericht wird zum nächsten Prüfpunkt für die finanzielle Entwicklung.
Analysten setzen unterschiedliche Akzente
Morgan Stanley senkte am Dienstag das Kursziel für Novartis von 170 auf 156 USD. Analyst Thibault Boutherin bestätigte dabei die Einstufung „Overweight“. Die niedrigere Zielmarke ging somit nicht mit einer Herabstufung des Anlageurteils einher.
Auf der anderen Seite steht eine Verkaufsempfehlung. Die beiden Einschätzungen liefern keine einheitliche Bewertungsrichtung. Auch die Anpassung eines Kursziels lässt sich nicht automatisch als Wechsel der grundsätzlichen Haltung zum Unternehmen lesen.
Goldman Sachs hob am 1. Oktober das Kursziel von 110 auf 113 CHF an. Analyst James Quigley beließ die Einstufung dennoch auf „Sell“. Laut dpa-AFX lagen seine Schätzungen für das dritte Quartal weitgehend im Marktkonsens.
Damit blieb Goldman Sachs trotz der höheren Zielmarke zurückhaltend. Bei Morgan Stanley verhielt es sich umgekehrt: Das Haus reduzierte sein Kursziel und hielt an der positiven Einstufung fest. Die unterschiedlichen Zielwährungen erlauben zudem keinen unmittelbaren Vergleich der beiden Beträge.
Lizenzvereinbarung schafft zusätzliche Optionen
Am 2. Oktober vereinbarten Novartis und Abogen Biosciences eine Lizenz- und Optionspartnerschaft für das experimentelle Programm ABO2203. Novartis erhält die exklusiven weltweiten Rechte an einem mRNA-kodierten CD19×CD3-T-Zell-Engager. Hinzu kommen Optionen auf weitere Programme der RNA-Plattform.
Die Vereinbarung umfasst damit sowohl einen konkreten Entwicklungskandidaten als auch mögliche zusätzliche Projekte. Diese Optionen sind jedoch von bereits erworbenen Rechten zu unterscheiden. Ebenso sind mögliche spätere Zahlungen keine vollständig feststehende Verpflichtung.
Abogen erhält nach eigenen Angaben eine Vorauszahlung von 575 Mio. USD. Bei Ausübung sämtlicher Optionen können Meilensteinzahlungen von bis zu rund 7,2 Mrd. USD hinzukommen. Mögliche Lizenzgebühren sind zusätzlich vorgesehen.
Für die Einordnung ist diese Zahlungsstruktur entscheidend. Die Vorauszahlung bildet den unmittelbaren finanziellen Einsatz ab. Der größere Betrag beschreibt dagegen ein mögliches späteres Volumen unter den vereinbarten Bedingungen, nicht eine bereits fällige Gesamtsumme.
Ergebnisbericht als nächster Prüfpunkt
Novartis hat die Veröffentlichung der Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2026 bestätigt. Bis dahin stehen die Erweiterung der Entwicklungsmöglichkeiten und die gegensätzlichen Analystenurteile nebeneinander.
Die Lizenzvereinbarung betrifft einen experimentellen Kandidaten. Sie belegt daher noch keinen kommerziellen Erfolg. Der anstehende Ergebnisbericht liefert dagegen neue Geschäftszahlen – und damit eine andere Grundlage für die Bewertung als mögliche künftige Meilensteine oder Kursziele.
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