Novartis Aktie: Scemblix überzeugt nach drei Jahren

Novartis Leukämie-Medikament Scemblix zeigt in 144-Wochen-Daten deutliche Vorteile gegenüber Standardtherapien.

Novartis Aktie
Kurz & knapp:
  • Scemblix mit 77% tiefer molekularer Remission
  • Deutlich höhere Therapietreue als Vergleichsmedikamente
  • Weniger schwere Nebenwirkungen als Zweitgenerations-TKIs
  • Pluvicto-Daten bei Prostatakrebs vorgestellt

Gute klinische Daten, schwacher Kurs — Novartis präsentiert auf dem ASCO-Kongress erfreuliche Langzeitresultate für seinen Leukämie-Kandidaten, während die Aktie im Schweizer Handel nachgibt.

Scemblix setzt sich weiter ab

Das Krebsmittel Scemblix hat in der 144-Wochen-Auswertung der Phase-III-Studie ASC4FIRST seine Überlegenheit gegenüber etablierten Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKIs) weiter ausgebaut. Fast 77 Prozent der mit Scemblix behandelten Patienten erreichten eine tiefe molekulare Remission (MMR) — verglichen mit rund 53 Prozent bei den Standardtherapien. Gegenüber modernen Zweitgenerations-TKIs beträgt der Vorsprung gut 15 Prozentpunkte.

Besonders relevant für die klinische Praxis: Deutlich mehr Patienten blieben auf der Therapie. Rund 79 Prozent der Scemblix-Patienten setzten die Behandlung fort, gegenüber lediglich 50 Prozent in der Imatinib-Gruppe. Das spricht nicht nur für die Wirksamkeit, sondern auch für ein günstigeres Nebenwirkungsprofil.

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Sicherheitsdaten stützen Langzeitstrategie

Chronische myeloische Leukämie (CML) erfordert oft lebenslange Behandlung — deshalb zählt Verträglichkeit genauso wie Wirksamkeit. Bei schwerwiegenden Nebenwirkungen (Grad ≥3) liegt Scemblix mit 49 Prozent deutlich unter den Zweitgenerations-TKIs mit 63 Prozent. Die Abbruchrate wegen Nebenwirkungen ist mit sechs Prozent weniger als halb so hoch wie bei den Vergleichstherapien.

Scemblix ist der erste CML-Wirkstoff, der einen anderen Angriffspunkt nutzt als bisherige TKIs — den sogenannten ABL-Myristoyl-Pocket statt der ATP-Bindungsstelle. Das macht ihn auch bei bestimmten Resistenzmutationen einsetzbar. Das Mittel ist inzwischen in über 60 Ländern für neu diagnostizierte CML-Patienten zugelassen.

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Pluvicto im Hintergrund

Parallel dazu hat Novartis beim ASCO-Meeting Daten zur Radioligandtherapie Pluvicto bei metastasiertem, hormonsensitivem Prostatakrebs präsentiert. Die PSMAddition-Studie zeigt eine Risikoreduktion für Krankheitsprogression oder Tod um 28 Prozent gegenüber der alleinigen Standardtherapie. Zulassungsanträge in den USA, China und Japan laufen bereits — erste Behördenentscheidungen werden in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet.

Trotz der positiven Studienflut gerät die Aktie am Montag unter Druck und verliert rund 0,75 Prozent. Der breitere Schweizer Markt zeigt sich schwächer, und Novartis zieht als eines der defensiven Schwergewichte im SMI die Stimmung mit. Das dürfte Investoren wenig beunruhigen: Die strategische Pipeline entwickelt sich, und mit den ASCO-Daten liefert Novartis in beiden Kernfeldern Onkologie und Hämatologie weiter Belege für seine klinische Stärke. Wie die Zulassungsbehörden die Pluvicto-Anträge bewerten, entscheidet sich noch in diesem Jahr.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.