Nach dem Abbruch eines neurologischen Entwicklungsprojekts richtet sich der Blick bei Novartis auf die Fortschritte in anderen Bereichen der klinischen Pipeline sowie auf wichtige regulatorische Weichenstellungen. Der Basler Pharmakonzern hatte am 16. September die Entwicklung des Wirkstoffkandidaten VHB937 (lifonebart) für die Indikation Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) beendet.
Dämpfer bei ALS, Fortsetzung bei Alzheimer
In der klinischen Phase-II-Studie namens ASTRALS, an der insgesamt 251 Patienten teilnahmen, verfehlte VHB937 sowohl die primären als auch die sekundären Endpunkte.
Novartis zog daraus Konsequenzen und stoppte das Programm für diese schwere neurodegenerative Erkrankung. Gänzlich aufgegeben wird das Molekül allerdings nicht: Die Untersuchung von VHB937 im Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit läuft weiter.
Die Bedeutung der Erforschung von Alterungsprozessen unterstrich zudem Fiona Marshall, Präsidentin für Biomedical Research bei Novartis, die das wissenschaftliche Programm der Fachkonferenz ARDD 2026 mit einem Vortrag über Wirkstoffforschung und Alterungsbiologie eröffnete.
CHMP-Empfehlung für Cosentyx und Entlastung bei Entresto
Erfreulichere Nachrichten gab es kurz nach dem Studienaus für ein etabliertes Produkt des Konzerns. Am 18. September empfahl der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) eine Zulassung in der Europäischen Union für Cosentyx (Secukinumab) zur Behandlung von Polymyalgia rheumatica. Eine finale Entscheidung der Europäischen Kommission über diese Indikationserweiterung steht planmäßig innerhalb von etwa zwei Monaten nach der Empfehlung an.
Flankiert wurde dieser Fortschritt durch einen juristischen Erfolg auf dem wichtigen US-Markt. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters entschied ein US-Bundesrichter in Manhattan am 23. September zugunsten von Novartis.
Geklagt hatten Arzneimittelkäufer, die dem Unternehmen vorgeworfen hatten, ein Patent missbraucht zu haben, um die Marktexklusivität für das Herzmedikament Entresto künstlich zu verlängern. Mit dem Urteil konnte das Unternehmen diesen Rechtsstreit für sich entscheiden.
Kursgeschehen an den Märkten
An den Börsen hinterlassen die gemischten operativen Nachrichten ein abwartendes Bild. Die Aktie von Novartis beendete den Handel am gestrigen Donnerstag bei 125,70 Euro. Seit dem Jahresanfang ergibt sich für Anleger ein moderater Zuwachs von 6,4 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 144,30 Euro notiert das Papier damit weiterhin ein Stück entfernt.
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