Novartis gewann gestern 2,3%. Als möglicher Impuls gilt die Zulassungserweiterung für Rhapsido durch die US-Arzneimittelbehörde FDA am 7. Oktober. Ein direkter Zusammenhang mit dem Kursanstieg ist allerdings nicht unabhängig bestätigt. Für die nächste operative Standortbestimmung rücken die Quartalszahlen in den Mittelpunkt: UBS erwartet ein starkes Geschäft, bleibt bei der Bewertung der Aktie aber zurückhaltend.
UBS erwartet starkes operatives Quartal
Die Schweizer Großbank bestätigte gestern ihre Einstufung „Neutral“ und das Kursziel von 116 Franken. Analyst Matthew Weston rechnete mit einem starken operativen dritten Quartal. Gleichzeitig verwies er auf Unsicherheit durch Lagerbestandsveränderungen im zweiten Quartal.
Damit setzt UBS einen anderen Schwerpunkt als die jüngsten Zulassungsmeldungen. Westons Einschätzung verbindet eine positive operative Erwartung mit einem konkreten Vorbehalt zur Einordnung des Geschäftsverlaufs. Die Bestätigung der neutralen Empfehlung ist deshalb nicht mit einer negativen Geschäftserwartung gleichzusetzen. Umgekehrt führte die Aussicht auf ein starkes Quartal bei UBS auch nicht zu einer höheren Einstufung.
Zwei Zulassungen als Nachrichtenhintergrund
Nach Angaben von Novartis genehmigte die FDA Rhapsido mit dem Wirkstoff Remibrutinib als erste Behandlung für Erwachsene mit symptomatischem Dermographismus. Die Zulassung betrifft Patienten, deren Beschwerden durch H1-Antihistaminika nicht ausreichend kontrolliert werden.
Entscheidend ist damit die klar abgegrenzte Patientengruppe. Die Erweiterung schafft eine zugelassene Behandlungsoption für Betroffene mit unzureichender Symptomkontrolle. Sie liefert einen konkreten regulatorischen Nachrichtenhintergrund für die Aktie, erklärt den gestrigen Kursgewinn aber nicht zweifelsfrei.
Am Dienstag meldete Novartis außerdem die FDA-Zulassung des ergänzenden Zulassungsantrags für Lamprene mit dem Wirkstoff Clofazimin zur Behandlung von Lepra. Diese Entscheidung betrifft ein anderes Präparat und ein anderes Anwendungsgebiet. Sie steht damit neben der Rhapsido-Erweiterung, nicht für eine weitere Entscheidung zu Remibrutinib.
Quartalszahlen werden zum nächsten Prüfstein
UBS erwartet die Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 27. Oktober. Medienberichten zufolge ist zuvor am 23. Oktober eine Investorenkonferenz zu Remibrutinib bei Multipler Sklerose geplant.
Für Anleger ergeben sich daraus unterschiedliche Prüfsteine: Die Konferenz richtet den Blick auf Remibrutinib in einem weiteren Anwendungsgebiet. Die Quartalszahlen sollen dagegen zeigen, wie sich das operative Geschäft entwickelt hat. Hier trifft die starke Erwartung von UBS auf den Vorbehalt zu den Lagerbestandsveränderungen. Die Zulassungserfolge und die operative Bewährungsprobe sollten deshalb getrennt beurteilt werden.
Stand heute, 16. Oktober: Novartis – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Novartis investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 16. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

