Novavax bekommt regulatorischen Zuspruch von gleich zwei Kontinenten – und der Aktienmarkt reagiert. Die US-Gesundheitsbehörde FDA und die europäische Arzneimittelagentur EMA empfehlen nahezu zeitgleich die XFG-Variante als Zielstamm für die nächste COVID-19-Impfkampagne. Ein entscheidender Moment für den Biotech-Konzern.

USA und Europa ziehen an einem Strang

Das FDA-Beratergremium VRBPAC stimmte mit 8 zu 0 Stimmen (eine Enthaltung) für eine monovalente XFG-Impfstoffformel. Laut aktuellen CDC-Daten ist die XFG-Subvariante inzwischen für mehr als die Hälfte der aktiven Infektionen in den USA verantwortlich. Die EMA folgte umgehend mit einer gleichlautenden Empfehlung für die EU-Impfkampagne. Der Stamm, ein Ableger der JN.1-Omikron-Linie, dominiere zunehmend auch das europäische Infektionsgeschehen.

Partnerschaft mit Sanofi als Trumpf

Für Novavax ist die regulatorische Klarheit eine wichtige Bestätigung des neuen Kurses. Das Unternehmen setzt verstärkt auf eine asset-leichte, partnergestützte Strategie – allen voran mit Sanofi. Der proteinbasierte Impfstoff Nuvaxovid benötigt längere Vorlaufzeiten als mRNA-Konkurrenten, daher ist die frühe Stammauswahl entscheidend. Sanofi lieferte kürzlich positive Phase-4-Daten aus der COMPARE-Studie, die ein günstiges Nebenwirkungsprofil gegenüber mRNA-Varianten belegten. Beide Behörden bestätigten, dass alle lizenzierten Hersteller – inklusive Novavax – lieferbereit für die aktualisierte Formel seien.

Kurs nahe am Jahreshoch

Die Anleger quittieren die Nachrichten mit Kaufinteresse. Die Aktie notierte im europäischen Handel bei 9,49 Euro, ein Plus von gut sieben Prozent. Damit fehlen nur noch wenige Cent zum 52-Wochen-Hoch von 9,54 Euro, das erst am Mittwoch markiert wurde. Der RSI von 47 signalisiert noch Raum nach oben, bevor technisch überkaufte Niveaus erreicht wären. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf über 55 Prozent.

Das erste Quartal 2026 brachte Novavax einen Umsatz von 140 Millionen Dollar. Hinzu kommen Technologie-Lizenzvereinbarungen mit Pfizer. Zwar gibt es weiterhin Druck von Aktionärsaktivisten wie Shah Capital Management – doch die XFG-Empfehlung schafft Klarheit für das Hauptprodukt. Die formellen Zulassungen in den USA und Europa stehen noch aus. Sie dürften in den kommenden Wochen folgen.