Knapp 50 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch, ein RSI von 23 und ein Quartalsbericht, der die Richtung für den Rest des Jahres setzen dürfte — Novo Nordisk steckt in einer der schwierigsten Phasen seiner jüngeren Geschichte. Die Frage ist nicht mehr, ob der Absturz übertrieben war. Sie lautet: Wie tief ist der faire Wert wirklich?
Wall Street ist gespalten
Morningstar bewertet die Aktie mit einem fairen Wert von 18 US-Dollar — die aktuelle Notiz von rund 40 bis 41 Dollar impliziert damit ein Aufschlag von 85 Prozent. Das klingt paradox für einen Titel, der seit seinem Allzeithoch mehr als die Hälfte seines Wertes verloren hat. Es zeigt aber, wie extrem die GLP-1-Euphorie 2024 die Bewertung aufgebläht hatte.
Der breitere Wall-Street-Konsens sieht das anders. Sechs Analysten halten an einer Kaufempfehlung fest, das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 58 US-Dollar. Ihr Argument: Das langfristige Wachstumspotenzial des GLP-1-Marktes überwiegt die kurzfristigen DruckÂfaktoren bei Preisen und Wettbewerb. Goldman Sachs, TD Cowen und Deutsche Bank haben ihre Ziele zuletzt allerdings gesenkt, Bernstein startete mit „Underperform“ und warnte, der Zyklus der Gewinnrevisionen sei noch nicht abgeschlossen.
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Eine turbulente Woche
Die Handelswoche brachte scharfe Ausschläge in beide Richtungen. Positiv wirkte eine FDA-Entscheidung: Die Behörde schlug vor, Semaglutid, Tirzepatid und Liraglutid von der sogenannten 503B-Liste für Wirkstoffe in Großpackungen auszunehmen — ein Signal gegen die Compounding-Konkurrenz. Die Aktie legte daraufhin knapp 5 Prozent zu.
Belastet hatte zuvor die Zulassung eines injizierbaren Semaglutid-Generikums durch Health Canada. Marktbeobachter werten das als möglichen Präzedenzfall für weitere Märkte. Auf Jahressicht steht die Aktie in Euro gerechnet noch immer rund 19 Prozent im Minus, der 30-Tage-Anstieg von gut 14 Prozent deutet aber auf eine zaghafte Stabilisierung hin.
Indirekte Schützenhilfe kam vom Erzrivalen Eli Lilly: Dessen Mounjaro-Umsatz wuchs im ersten Quartal um 125 Prozent, die Jahresprognose wurde angehoben — das hob die Stimmung im gesamten GLP-1-Segment. Allerdings unterstreicht Lillys Stärke auch den Wettbewerbsdruck auf Novo.
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Strukturelle Belastungen und der Blick auf Q1
Das eigene Unternehmen hat für 2026 eine schwierige Ausgangslage skizziert. Umsatz und operatives Ergebnis sollen bei konstanten Wechselkursen zwischen 5 und 13 Prozent sinken. Preisverhandlungen im Rahmen von Medicare Part D und Meistbegünstigungsklauseln drücken die Margen. Morningstar rechnet damit, dass die US-Preise für Semaglutid 2026 um mehr als 20 Prozent fallen könnten — früher als bisher angenommen.
Analysten erwarten für Q1 einen Umsatzrückgang von rund 8 Prozent und einen Gewinnrückgang je Aktie von etwa 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als mögliche Gegengewichte gelten die Verschreibungsdaten für die Wegovy-Pille — 113.000 wöchentliche Verordnungen seit dem Start — sowie eine laufende Aktienrückkaufprogramm über 15 Milliarden dänische Kronen.
Den nächsten entscheidenden Datenpunkt liefert der Q1-Bericht. Neben den reinen Zahlen dürfte vor allem der Ausblick des Managements bewegen — insbesondere, ob die Prognose für das Gesamtjahr Bestand hat oder erneut nach unten angepasst wird.
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