Am Freitag verlor Novo Nordisk 0,87 % auf ca. 40 Euro. Die kurzfristige Entwicklung ist dennoch positiv: Innerhalb einer Woche gewann die Aktie rund 3,5 %, im Monatsvergleich gut 5,5 %. Über 6 Monate beträgt das Plus fast 24 %. Erst der Blick auf zwölf Monate zeigt mit etwa 16 % Minus, wie tief die vorherige Korrektur war. Über einen noch längeren Zeitraum ist Novo Nordisk sogar noch massiver gefallen. Nun bekommt Novo Nordisk langsam wieder die Kurve.

Die Dänen haben die Kurve bekommen

Novo Nordisk hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als erwartet. Das Ergebnis je Aktie erreichte 6,18 Dänische Kronen, während 5,03 Kronen erwartet worden waren. Auch der Umsatz lag mit 78,49 Milliarden Kronen über der Konsensschätzung von 71,45 Milliarden. Der operative Gewinn belief sich auf 33,39 Milliarden Kronen, der Nettogewinn auf 20,99 Milliarden. Für Forschung und Entwicklung gab der Konzern 11,46 Milliarden Kronen aus.

Die Zahlen des zweiten Quartals liefern dem Konzern finanziellen Spielraum für Forschung, Produktion und Vermarktung. Fast 11,5 Milliarden Kronen Forschungsaufwand in einem Quartal zeigen die Größenordnung, mit der Novo Nordisk seine Pipeline ausbaut. Gleichzeitig bleibt das bestehende Geschäft hochprofitabel: Der Nettogewinn entspricht mehr als einem Viertel des Quartalsumsatzes. Für die Aktie treffen damit eine wieder verbesserte Kursentwicklung und starke laufende Ergebnisse auf einen Wettbewerb, der im wichtigsten Wachstumsmarkt intensiver geworden ist.

Die Aktie reagiert derzeit weniger auf solche Quartalswerte als auf die Konkurrenz im Markt für Adipositasmedikamente. In Deutschland bereitet Novo Nordisk eine Warteliste für seine Abnehmpille vor. Das Unternehmen versucht damit, die Nachfrage früh zu bündeln und die Einführung organisatorisch einzunorden. Gleichzeitig verschärft Eli Lilly mit Mounjaro den Wettbewerb. Der Markt für GLP-1-Präparate bleibt groß, doch die Verteilung der Marktanteile ist offener geworden. Analysten erwarten dennoch steigende Kurse.