Novo Nordisk konnte sich am Mittwoch nicht mehr über 45 Euro halten. Die Notierungen verloren weitere -0,78 % und sind damit auf nur noch 44,55 Euro gerutscht. Nach Wochen deutlicher Verluste verschafft dieser Umstand der Aktie nicht die erhoffte Atempause. Seit Jahresbeginn liegt der Rückgang bei rund 47 %.

Novo Nordisk: Neue Nachrichten helfen kaum noch

Der Konzern kämpft mit einer Führungsdebatte, die das Vertrauen belastet. Die Novo Foundation, Hauptaktionär mit über 75 % der Stimmrechte, hat die Kontrolle verstärkt. Ihr Vorsitzender übernimmt nun auch die Leitung des Unternehmens. Dies ist eine Entscheidung, die an den Märkten für Irritation sorgt.

Viele Beobachter bewerten diese Doppelfunktion kritisch. Sie befürchten eine zu starke Machtkonzentration und mögliche Interessenkonflikte. Die Personalentscheidung fiel in eine Phase, in der die Aktie bereits deutlich unter Druck stand.

Zusätzlichen Gegenwind erhielt das Unternehmen kürzlich durch eine Kurszielsenkung von Jefferies. Die Analysten reduzierten ihr Ziel von 410 auf 290 Dänische Kronen. Der Kurs in Kopenhagen liegt derzeit bei etwa 335 DKK. Die Bewertung deutet auf weiteres Abwärtspotenzial hin.

Operativ bleibt Novo Nordisk trotz der internen Unruhe erfolgreich. Die Nachfrage nach den Medikamenten gegen Adipositas und Diabetes ist weiterhin hoch. Am Dienstag wurden neue Daten zum Abnehmprodukt Wegovy bekannt. Dennoch überlagern die strukturellen und personellen Themen den Markt.

Die Aktie ist formal klar im Abwärtstrend. Möglicherweise hat sie ihren Weg nun für die nächsten Wochen gefunden. Sie ist einfach derzeit der Nachrichtenlage wegen zu schwach. Analysten zumindest der technischen Analyse werden gegenwärtig kaum Chancen für das Papier sehen, sich noch richtig in die Richtung von 50 Euro oder dergleichen zu bewegen. Erst dann kämen überhaupt positive Indikatoren in Sicht.