38 Euro statt dreistelliger Kurse hatte die dänische Aktie in den vergangenen Monaten erreicht, nachdem es zwischenzeitlich sogar auf nur noch gut 30 Euro abwärts gegangen war. Die Novo-Nordisk-Aktie zeigt, wie drastisch sich die Erwartungen an einen ehemaligen Börsenliebling verändern können. Am Donnerstag gewann das Papier zwar rund 0,5 % auf etwa 38,30 Euro, auf längere Sicht bleibt die Bilanz jedoch schwach.

Dabei wächst der medizinische Markt weiter. Neue Daten zu Abnehmpräparaten bei Kindern erweitern die potenzielle Patientengruppe. Gleichzeitig erhält Novo Nordisk in China zusätzliche Möglichkeiten für seine Stoffwechselmedikamente.

Groß genug wäre der Markt

Für die Börse reicht die Größe des Marktes allein jedoch nicht mehr aus. Der Wettbewerb ist inzwischen zum zentralen Thema geworden. Eli Lilly hat Novo Nordisk mit eigenen Präparaten unter erheblichen Druck gesetzt, während weitere Pharmaunternehmen Milliarden in neue Wirkstoffe investieren.

Damit wird jede neue Indikation wertvoll. Wenn ein bestehendes Medikament auch bei Lebererkrankungen oder jüngeren Patienten eingesetzt werden kann, steigt sein kommerzielles Potenzial ohne vollständig neue Vertriebsstrukturen.

Die Kehrseite sind klinische Rückschläge. Sie haben zuletzt gezeigt, dass nicht jede Erweiterung der Produktpalette funktioniert. Gerade nach den enormen Erwartungen der vergangenen Jahre reagiert die Aktie darauf empfindlich.

China bietet Novo Nordisk nun eine zusätzliche Wachstumschance. Dort kam es zu einer Zulassung für Wegovy zur Behandlung von MASH. Dies kann ein erhebliches Wachstumsfeld darstellen. Das Land vereint eine riesige Bevölkerung mit einer steigenden Zahl metabolischer Erkrankungen. Schon ein vergleichsweise kleiner Marktanteil kann deshalb erhebliche Umsätze bedeuten. Analysten haben ihre Erwartungen indes aktuell noch nicht korrigiert. Die Aktie müsste dennoch rund 10 % klettern können, so die durchschnittlichen Ziele.