Novo Nordisk kann eine neue US-Zulassung für Awiqli vorweisen, steht aber zugleich unter wachsendem Wettbewerbsdruck durch Eli Lilly. Die anstehenden Geschäftszahlen werden deshalb zum finanziellen Prüfstein: Fortschritte bei Medikamenten sind für Anleger wichtig, ersetzen aber keine belastbaren Aussagen zur Geschäftsentwicklung.
Am Freitag gewann die Aktie 2,7%. Die Zulassung ist ein positiver Unternehmensimpuls. Ein unmittelbarer Zusammenhang mit dem Kursanstieg ist allerdings nicht bestätigt. Die Bewegung lässt sich daher nicht eindeutig als Reaktion auf diesen regulatorischen Erfolg erklären.
Awiqli erweitert die Behandlungsmöglichkeiten
Am 23. Oktober meldete Novo Nordisk die FDA-Zulassung von Awiqli für Kinder ab zehn Jahren mit Typ-2-Diabetes. Das Präparat ist damit das erste einmal wöchentlich anzuwendende Insulin für diese Patientengruppe.
Für die Einordnung ist der genaue Geltungsbereich entscheidend: Die Entscheidung betrifft die genannte Altersgruppe und Diabetesform. Sie ist ein konkreter regulatorischer Fortschritt, aber für sich genommen noch kein Beleg für zusätzliche Umsätze oder einen bestimmten Ergebnisbeitrag.
Auch die vor rund zwei Wochen veröffentlichte nachträgliche Auswertung der Studie REDEFINE 1 liefert einen positiven medizinischen Anhaltspunkt. Novo Nordisk berichtete bei Frauen unter CagriSema einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 25,0% nach 68 Wochen, unter der Annahme einer fortgesetzten Behandlung.
Diese Einschränkung gehört zur Bewertung des Ergebnisses. Die nachträgliche Analyse beschreibt nicht uneingeschränkt den Behandlungserfolg sämtlicher Teilnehmerinnen.
Lilly setzt den wirtschaftlichen Maßstab
Parallel dazu verschärft Eli Lilly den Wettbewerb. Am Donnerstag meldete der Konkurrent für das dritte Quartal 2026 ein Umsatzwachstum von 39% und hob seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr an.
Reuters beschrieb die Ergebnisse als Zeichen des wachsenden Vorsprungs von Lilly gegenüber Novo Nordisk im GLP-1-Markt. Damit stehen den medizinischen Fortschritten von Novo Nordisk konkrete Wachstumszahlen des Wettbewerbers gegenüber.
Hinzu kommen die am Mittwoch von Lilly gemeldeten positiven Spitzenergebnisse einer Phase-3-Studie mit Retatrutid im Vergleich zu Ozempic bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes. Dabei handelt es sich um Lillys Studie und Mitteilung, nicht um ein Studienergebnis von Novo Nordisk.
Geschäftszahlen als nächster Prüfstein
Novo Nordisk will am 4. November die Ergebnisse für die ersten neun Monate 2026 veröffentlichen. Dieser Termin bietet den nächsten Anlass, regulatorische Fortschritte und die wirtschaftliche Entwicklung gemeinsam zu bewerten.
Für Anleger ergibt sich daraus eine klare Trennung: Die Awiqli-Zulassung erweitert die Behandlungsmöglichkeiten, während Lillys Wachstum den Wettbewerbsdruck unterstreicht. Ob Novo Nordisk diese Fortschritte auch finanziell untermauern kann, müssen die angekündigten Geschäftszahlen zeigen. Der Kursgewinn allein beantwortet diese Frage nicht.
Stand heute, 2. November: Novo Nordisk – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Novo Nordisk investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 2. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

