Novo Nordisk hat die Erwartungen im zweiten Quartal deutlich übertroffen, doch die Aktie handelt weiterhin weit unter früheren Niveaus. Am Freitag verlor das Papier auf Xetra 0,87 % auf 40,00 Euro. Über die Woche blieb immerhin ein Plus von 3,48 %.

Ob das noch aufwärts geht? Novo Nordisk hat auf der Zahlenseite aktuell viel zu wenig für die Börsen geliefert

Die Quartalszahlen waren kräftig. Der Umsatz erreichte 78,49 Milliarden Dänische Kronen, während 71,45 Milliarden erwartet worden waren. Das entspricht einer positiven Abweichung von 9,86 %. Beim Gewinn je Aktie meldete Novo Nordisk 6,18 Kronen gegenüber einer Erwartung von 5,03 Kronen; die Überraschung lag damit bei 22,87 %.

Trotzdem bleibt der Wettbewerb im Markt für Adipositasmedikamente hart. Eli Lilly hat Novo Nordisk Marktanteile streitig gemacht. Deshalb bekommt die geplante orale Abnehmtherapie besonderes Gewicht. Für die Pille wird bereits vor einer breiteren Markteinführung mit hoher Nachfrage gerechnet; eine Warteliste ist Teil der aktuellen Berichterstattung.

Eine Tablette könnte Patienten ansprechen, die eine Injektion vermeiden möchten. Für Novo Nordisk geht es damit nicht nur um ein zusätzliches Produkt, sondern um eine weitere Darreichungsform in seinem wichtigsten Wachstumsfeld.

Neben GLP-1 baut Novo Nordisk weitere Biotech-Aktivitäten aus. Berichtet wird über neue Plattformen und Ansätze auch außerhalb des bisherigen Kerngeschäfts. Kurzfristig wird die Börse jedoch vor allem auf die Adipositasprodukte schauen.

Analysten bleiben dennoch zurückhaltend. Eine aktuelle Auswertung beschreibt die Experten als auf Distanz. Der Kursverlauf erklärt diese Vorsicht: Auf Jahressicht liegt die Aktie noch im Minus, obwohl sie sich über sechs Monate deutlich erholt hat. Die Notierungen sind aber auch aus charttechnischer Sicht derzeit noch etwas zu schwach für einen Ausbruch.