Für Novo Nordisk geht es im Werbestreit mit Eli Lilly um die Aussagekraft unterschiedlicher Medikamentendosen. Das Unternehmen hält die beworbenen Wirksamkeitsvergleiche für irreführend, weil sie höhere Lilly-Dosen niedrigeren Dosierungen von Wegovy und Ozempic gegenüberstellen. Für Anleger sind dabei zwei Fragen zu trennen: die Zulässigkeit der Werbung und ihr nachweisbarer wirtschaftlicher Schaden.
Die Dosierung steht im Mittelpunkt
Lillys umstrittene Anzeigen vergleichen Zepbound mit Wegovy sowie Mounjaro mit Ozempic. Novo wirft dem Wettbewerber vor, veraltete klinische Studien und falsche Überlegenheitsbehauptungen zu verwenden. Der Einwand richtet sich damit gegen die Vergleichsgrundlage der Werbung.
Eine Anzeige nennt einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 50 Pfund mit Zepbound gegenüber 33 Pfund mit Wegovy. Medienberichten zufolge beruht dieser Vergleich auf einer 2025 veröffentlichten Studie.
Novo hält dagegen Ergebnisse für höher dosiertes Wegovy. Damit betrifft der Streit nicht allein die Wiedergabe einzelner Studienergebnisse. Im Mittelpunkt steht auch die Frage, ob die beworbene Gegenüberstellung die verfügbaren Dosierungen angemessen berücksichtigt.
Novo verweist auf Studien mit durchschnittlich 47 Pfund Gewichtsverlust bei hoch dosiertem Wegovy und 48 Pfund bei Zepbound. Diese Angaben sind Novos Argumentation im Rechtsstreit. Eine gerichtliche Bestätigung, dass Lillys Werbung deshalb irreführend ist, liegt nicht vor.
Kein Werbestopp, keine Entscheidung zur Rechtmäßigkeit
Der abgelehnte Eilantrag verschafft Lilly die Möglichkeit, die beanstandeten Anzeigen während des laufenden Verfahrens weiter zu schalten. Über die Rechtmäßigkeit der Werbung hat das Gericht damit nicht entschieden. Für Novo ist das eine wichtige Abgrenzung: Der verweigerte vorläufige Schutz beendet die Klage nicht.
Laut Reuters sah US-Bundesrichter Zahid Quraishi keine ausreichenden Belege für irreparable Schäden an Umsatz, Geschäftswert oder klinischem Ruf. Die Werbekampagnen hätten den Markt von April bis Juli höchstens vernachlässigbar beeinflusst. Novos Verschreibungen seien stabil geblieben.
Die Begründung begrenzt zugleich die wirtschaftliche Interpretation der Entscheidung. Sie belegt keinen durch die Anzeigen verursachten Absatzeinbruch bei Novo. Ebenso wenig bestätigt sie Lillys Aussagen zur Überlegenheit seiner Medikamente. Novo fordert im Verfahren entgangene Gewinne sowie deren Verdreifachung nach US-Recht.
Ein wirtschaftlich bedeutender Konflikt
Wie viel für Novo auf dem Spiel steht, verdeutlicht die Größe des betroffenen Geschäfts. Laut Reuters erzielte das Unternehmen 2025 mit Adipositasmitteln und Ozempic zusammen rund 32 Milliarden US-Dollar Umsatz.
Der Rechtsstreit betrifft damit einen bedeutenden Umsatzbereich. Das allein ersetzt jedoch nicht den Nachweis, dass eine konkrete Werbekampagne tatsächlich wirtschaftlichen Schaden verursacht hat. Genau an dieser Beweisführung scheiterte der vorläufige Werbestopp.
Bloomberg Intelligence schätzt den weltweiten Markt für Adipositasbehandlungen bis 2030 auf möglicherweise 120 Milliarden US-Dollar jährlich. Das ist eine Prognose, keine bereits erreichte Marktgröße.
Für Anleger bleibt deshalb die Trennung entscheidend: Novo greift die Vergleichbarkeit der beworbenen Ergebnisse an, muss einen daraus entstandenen Schaden aber gesondert belegen. Der Ausgang des Eilverfahrens beantwortet diese beiden Fragen nicht abschließend.
Stand heute, 27. Oktober: Novo Nordisk – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Novo Nordisk investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 27. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

