Novo Nordisk bleibt bei Patientengruppen die Nummer eins im Diabetesmarkt. Der Vorsprung schmilzt jedoch. Eli Lilly hat im jährlichen Ranking einen kräftigen Sprung gemacht und liegt nun dicht dahinter.
Lilly klettert in beiden Tabellen
Grundlage ist eine Befragung unter 71 Patientengruppen in 30 Ländern. Bei den Unternehmen, mit denen die Gruppen zusammenarbeiten, folgen auf Novo zunächst Lilly und dann Sanofi. Bei der Bekanntheit tauschen Lilly und Sanofi die Plätze, Novo bleibt auch hier vorn.
Im vergangenen Jahr hatten die Dänen noch beide Tabellen angeführt. Lilly kletterte in der Zusammenarbeits-Liste um vier Plätze, bei der Bekanntheit um drei. Damit ist der US-Konzern der schnellste Aufsteiger in beiden Diabetes-Rankings.
Getragen wird der Aufstieg von den GLP-1-Medikamenten. Mounjaro und Zepbound sind zu Alltagsbegriffen geworden, hinzu kommen groß angelegte Marketingkampagnen. Novo steht damit in genau dem Segment unter Druck, das den eigenen Aufstieg der vergangenen Jahre getragen hat.
Das Gesamtbild der Branche fiel gemischt aus. Die Wahrnehmung der Diabetes-Hersteller insgesamt legte leicht zu, vor allem bei Patienteninformation und Patientenorientierung. Bei Innovation, Transparenz klinischer Daten, Preisen und Medikamentenzugang ging sie dagegen zurück. US-Pharmakonzerne schnitten insgesamt schlechter ab, was die Studienautoren mit politischem Druck und Stellenabbau erklären.
KI soll die Entwicklung beschleunigen
Parallel dazu setzt Novo auf Künstliche Intelligenz. Der Konzern nutzt die Technologie von Anthropic, um neue Wirkstoffe schneller zu entwickeln. Anthropic arbeitet dafür mit mehreren Partnern aus Biotech und Pharma zusammen und meldet erste Fortschritte, etwa bei der Antikörper-Entwicklung und bei der Aufbereitung von Zulassungsdokumenten.
Konkrete Ergebnisse für Novo nennt die Ankündigung nicht. Anthropic betont zudem, dass die meisten Projekte noch präklinisch sind. Die Wirkstoffkandidaten wurden also noch nicht am Menschen getestet. Für Novo ist die Kooperation damit vorerst ein Effizienzversprechen, noch keine Pipeline-Nachricht.
Der Rankingvergleich zeigt, warum solche Hebel wichtig sind. Wer im GLP-1-Markt Marktanteile verteidigen will, braucht neben Marke und Reichweite vor allem Innovationen. Genau dort verzeichnete die Branche in der Patientenbefragung Rückgänge.
Die Aktie gab zuletzt leicht nach. Ein klarer Kursimpuls geht von beiden Nachrichten nicht aus, sie ordnen vor allem die Wettbewerbslage ein: Novo führt in der Wahrnehmung, Lilly holt auf.
Stand heute, 28. Oktober: Novo Nordisk – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Novo Nordisk investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 28. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

