Novo Nordisk hat im Streit um Werbung für Abnehmmedikamente einen Rückschlag erlitten. Ein US-Richter lehnte am Montag den Antrag ab, Anzeigen von Eli Lilly per einstweiliger Verfügung zu stoppen. Nach Reuters konnte Novo Nordisk einen nicht wiedergutzumachenden Schaden nicht nachweisen. Für Anleger rückt damit der Wettbewerb mit Lilly in den Mittelpunkt.

Gericht weist Antrag zurück

Die Entscheidung betrifft den von Novo Nordisk beantragten vorläufigen Werbestopp. Ausschlaggebend war laut Reuters der fehlende Nachweis eines irreparablen Schadens. Der Versuch, die Anzeigen des Wettbewerbers auf diesem Weg zu unterbinden, blieb damit erfolglos.

Für die Einordnung ist der begrenzte Gegenstand der Entscheidung wichtig: Es geht um einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen Werbung. Daraus lässt sich keine Aussage über die medizinische Überlegenheit eines Präparats ableiten. Diese Frage müssen Anleger von der juristischen Auseinandersetzung trennen.

Die Aktie legte am Freitag um 2,7% zu. Einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dieser Bewegung und dem Gerichtsbeschluss belegt das nicht.

Konkurrenz auch bei klinischen Ergebnissen

Der Wettbewerb beschränkt sich nicht auf Anzeigen. Reuters berichtete am Mittwoch, dass Lillys experimenteller Wirkstoff Retatrutid in einer Studie bei Typ-2-Diabetes bessere Ergebnisse bei der Blutzuckerkontrolle erzielte als Novo Nordisks Ozempic. Der Gewichtsverlust fiel zudem mehr als doppelt so hoch aus.

Damit stehen neben der Werbeauseinandersetzung konkrete klinische Vergleichsergebnisse. Retatrutid bleibt dabei ein experimenteller Wirkstoff. Das Studienergebnis ist deshalb von der Frage zu unterscheiden, welche Medikamente bereits eingesetzt werden können.

Für Novo Nordisk ergibt sich daraus eine klare Herausforderung: Die eigenen Forschungsdaten müssen sich im Wettbewerb behaupten. Der abgelehnte Eilantrag ersetzt diese medizinische Auseinandersetzung ebenso wenig, wie ein einzelner Studienvergleich das gesamte Portfolio bewertet.

Eigene Daten als nächster Prüfstein

Novo Nordisk kündigte am Donnerstag Beiträge zu seinem Adipositas-Portfolio für die ObesityWeek 2026 an. Vorgesehen sind 26 Abstracts für die Veranstaltung vom 14. bis 17. November in Washington.

Bereits am Mittwoch hatte das Unternehmen neue klinische Daten und Erkenntnisse aus der Versorgungspraxis zu Semaglutid für das Liver Meeting angekündigt. Dazu gehören Beiträge zu Wegovy sowie Forschung zum experimentellen Efruxifermin.

Diese Ankündigungen sind noch keine vorweggenommenen Studienergebnisse. Für Anleger zählt daher vor allem, welche Aussagen die Präsentationen tatsächlich erlauben. Der Gerichtsbeschluss ist ein Rückschlag beim beantragten Werbestopp; die angekündigten Forschungsbeiträge betreffen dagegen die medizinische Grundlage des Wettbewerbs.