Der dänische Pharma-Riese kämpft gleich an mehreren Fronten: Ein 9-Milliarden-Dollar-Bieterkampf um Metsera heizt die Übernahmeschlacht gegen Pfizer an, während sich der Vorstand komplett neu aufstellt. Gleichzeitig stehen die Q3-Zahlen vor der Tür – und die Aktie befindet sich im freien Fall.

Machtpoker um Metsera wird zum Milliardenspiel

Novo Nordisk hat den Kampf um das Biotech-Unternehmen Metsera mit einem aggressiven Gegenangebot verschärft. Das dänische Unternehmen bietet 56,50 US-Dollar je Aktie in bar plus zusätzlich 21,25 Dollar in bedingten Zahlungsrechten – ein Aufschlag von 133 Prozent zum Schlusskurs vor Pfizers ursprünglichem September-Deal.

Die Eckdaten des Bieterkampfs sprechen eine klare Sprache: Während Pfizer insgesamt 7,27 Milliarden Dollar auf den Tisch legte, kontert Novo mit etwa 9 Milliarden Dollar. Metseras Vorstand hat das Angebot bereits als „überlegen“ eingestuft und Pfizer eine viertägige Frist für eine Reaktion gesetzt.

Vorstandsrevolution läutet Strategiewechsel ein

Parallel dazu steht eine beispiellose Umwälzung in der Führungsspitze bevor. Am 14. November treten Chairman Helge Lund und sechs unabhängige Direktoren bei einer außerordentlichen Hauptversammlung geschlossen zurück. Die Novo Nordisk Foundation, die als Mehrheitsaktionär die Fäden zieht, hatte den Führungswechsel nach internen Streitigkeiten über das Tempo strategischer Veränderungen durchgesetzt.

Als neuer Chairman kehrt Ex-CEO Lars Rebien Sørensen für zwei bis drei Jahre zurück. Die Foundation warf dem scheidenden Vorstand vor, den kritischen US-Markt zu wenig zu fokussieren und bei Managementveränderungen zu zögerlich zu agieren.

Q3-Zahlen als nächster Stresstest

Am 5. November stehen die Quartalszahlen an – ein weiterer kritischer Moment für die bereits schwer angeschlagene Aktie. Analysten schauen besonders auf die Wegovy-Verkäufe im umkämpften US-Markt und die Fortschritte beim Kapazitätsausbau. Besonders spannend wird die Vorbereitung für den Launch des oralen Semaglutids, der das 70-fache an Wirkstoffvolumen erfordert.

Das Timing könnte kaum brisanter sein: Die Zahlen kommen zeitgleich mit der ObesityWeek-Konferenz, wo Novo neue Daten zu seinem Diabetes- und Abnehmpräparat präsentiert.

Aktie unter massivem Druck

Der Kampf um Marktanteile hinterlässt deutliche Spuren: Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 40 Prozent an Wert verloren. Eli Lillys konkurrierende Produkte Mounjaro und Zepbound setzen Novo ebenso zu wie nicht autorisierte Nachahmerpräparate von Semaglutid. Als Reaktion kündigte das Unternehmen bereits den Abbau von 9.000 Arbeitsplätzen an und senkte die Gewinnprognose für 2025 auf 4 bis 10 Prozent Wachstum.