Im Kampf um den Markt für orale Abnehmpräparate zeichnet sich ein klarer Sieger ab. Die Wegovy-Pille von Novo Nordisk lässt das Konkurrenzprodukt Foundayo von Eli Lilly weit hinter sich. Frische Verschreibungsdaten belegen diesen Trend.

Analysten von Jefferies werten aktuelle IQVIA-Daten aus. Das Bild ist eindeutig. Lillys Foundayo kam in der ersten Woche auf knapp 1.400 Rezepte. In Woche zwei stieg der Wert auf rund 3.700.

Novo Nordisk startete im Januar deutlich stärker. Die Wegovy-Pille erreichte sofort über 3.000 Verschreibungen. In der zweiten Woche sprang die Zahl auf mehr als 18.400.

Der Konzern rechnet für das laufende Jahr eigentlich mit sinkenden Umsätzen. Das drückte den Aktienkurs seit Januar um 21 Prozent. Der starke Start der Abnehmpille bringt nun neuen Schwung. Im vergangenen Monat kletterte das Papier um 14 Prozent auf aktuell 35,17 Euro.

Weniger Nebenwirkungen, mehr Wirkung

Novo Nordisk profitiert von seiner starken Marke. Außerdem punktet das Unternehmen mit medizinischen Argumenten. In Studien verzeichneten Patienten mit der Wegovy-Pille einen höheren Gewichtsverlust als mit Foundayo. Der Unterschied lag bei 3,2 Prozentpunkten.

Die Konkurrenz kämpft mit Problemen. Patienten unter Foundayo haben ein 14-fach höheres Risiko für Magen-Darm-Beschwerden. Die Folge: Viele brechen die Therapie ab. Hinzu kommen Einschränkungen bei der Einnahme. Wechselwirkungen mit der Antibabypille oder Cholesterinsenkern bremsen die Nutzung von Foundayo. Direkte Vergleichsstudien beider Medikamente fehlen allerdings noch.

Neuer Markt bei Jugendlichen

Abseits der Abnehmpräparate erschließt Novo Nordisk neue Zielgruppen. Die PIONEER-TEENS-Studie testet den Wirkstoff Semaglutid bei Kindern und Jugendlichen. Die Patienten leiden an Typ-2-Diabetes. Nach 26 Wochen sank der Blutzuckerspiegel im Vergleich zu einem Placebo signifikant.

Der Konzern plant nun die Zulassung. In der zweiten Jahreshälfte will Novo Nordisk die Erweiterung beantragen. Das betrifft die Pillen Ozempic und Rybelsus in den USA und Europa. Weltweit wächst der Bedarf rasant. Bis 2030 könnten fast 21 Millionen Jugendliche an Typ-2-Diabetes erkranken.

Aktienrückkäufe stützen den Kurs

Parallel dazu belohnt das Management die Aktionäre. Ein laufendes Rückkaufprogramm stützt den Kurs. Bis Mai 2026 kauft Novo Nordisk eigene Aktien für bis zu 3,8 Milliarden dänische Kronen. Der Konzern hält aktuell 0,7 Prozent des eigenen Grundkapitals.

Am 6. Mai präsentiert Novo Nordisk die Zahlen für das erste Quartal. Investoren achten dann besonders auf ein Detail. Die Verkaufszahlen der neuen Pillen müssen die Schwäche bei den Spritzen ausgleichen. Der starke Start der Wegovy-Pille liefert dafür eine solide Basis.