Die Aktie von Novo Nordisk eröffnet den heutigen Nachmittag mit einem kräftigen Minus von -1,8 %. Die Kurstafeln zeigen aktuell einen Wert von 43,08 Euro an. An der Ausgangslage für die Dänen hat sich dadurch allerdings aktuell sehr wenig geändert. Sie könnte sogar (theoretisch) besser werden. Die Dänen verklagen nun Eli Lilly in den USA wegen „irreführender Werbung für Zepbound sowie Mounjaro“. Die Börsen haben es noch nicht mit Kursgewinnen belohnt. Das kann noch kommen.

Novo Nordisk ist stark

Die Aktie bleibt dennoch klar im Aufwärtstrend. Rund 8 % Abstand zur 100-Tage-Linie sind ein deutliches Zeichen dafür. Auch der Vorsprung von etwa 7 % zur 200-Tage-Linie zeigt, dass sich die Notierung langfristig weiterhin in einem Aufwärtstrend befindet.

Zuletzt verlief die Aktie etwas ruhiger. Chartanalysten sind jedoch der Meinung, dass der Aufwärtstrend inzwischen nicht mehr infrage zu stellen ist. Sie verweisen darauf, dass die Aktie noch ordentliches Potenzial nach oben habe. Die Widerstände bis zur Marke von 50 Euro gelten als vergleichsweise gering. Insofern sehen Charttechniker weiterhin Chancen auf einen Anstieg in diese Region.

Fundamentale Analysten, die sich mit dem Geschäftsmodell beschäftigen, halten die Aktie dagegen inzwischen für relativ fair bewertet. Das Kurspotenzial erscheint aus dieser Sicht bereits weitgehend ausgeschöpft.

Novo Nordisk hatte in den vergangenen Tagen und Wochen davon profitiert, dass es rund um die Zulassung von Wegovy positive Nachrichten gab. Vor allem die orale Wegovy-Pille sorgte für Aufmerksamkeit. Die EU-Kommission könnte das Medikament nach den jüngsten Erwartungen im Juli zulassen. Diese Alternative besitzt nach Einschätzung vieler Analysten erhebliche Marktchancen, auch innerhalb der Europäischen Union. Damit dürfte der Umsatz im wichtigen GLP-1-Geschäft weiter wachsen.

Hinzu kommt, dass das Unternehmen seine Jahresprognose bereits angehoben hat. Erwartet wird nun ein geringerer Umsatzrückgang sowie ein geringerer Rückgang des operativen Gewinns als zuvor angenommen.

Auf der anderen Seite bleibt der Preisdruck auf dem US-Markt ein wichtiges Thema. Donald Trump hatte mit der Pharmaindustrie darüber verhandelt, die Medikamentenpreise stärker an das internationale Preisniveau anzupassen. Davon ist auch Novo Nordisk betroffen. Gleichzeitig konnte das Unternehmen in den USA offenbar deutliche Absatzsteigerungen erzielen. Die niedrigeren Preise haben den Verkauf der Produkte offensichtlich zusätzlich angekurbelt.

Ob die geringeren Margen durch das höhere Absatzvolumen vollständig kompensiert werden können, bleibt allerdings offen. Dennoch spricht die angehobene Jahresprognose dafür, dass das Unternehmen seine Geschäftsentwicklung insgesamt positiv einschätzt.

Die Stimmung rund um Novo Nordisk bleibt damit vergleichsweise gut. Investoren hoffen nun auf starke Quartalszahlen. Diese sollen am 5. August veröffentlicht werden und könnten der Aktie neue Impulse verleihen.

Derzeit bewegt sich die Aktie in einer vergleichsweise stabilen Seitwärtsphase auf hohem Niveau. Chartanalysten haben dabei, wie beschrieben, weiterhin die Marke von 50 Euro als wichtiges Kursziel im Blick.