Der Medizintechnik-Spezialist aus Minneapolis legt im Januar 2025 ein regelrechtes Tempo vor. Innerhalb weniger Tage verkündete das Unternehmen gleich drei bedeutende Schritte: eine Übernahme, eine Kapitalerhöhung über 5 Millionen US-Dollar und die Berufung einer neuen Finanzchefin. Steckt dahinter eine echte Wachstumsstrategie – oder ringt das Unternehmen mit einer fragilen Finanzlage?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Bei einer Marktkapitalisierung von gerade einmal 6,91 Millionen US-Dollar stemmt Nuwellis eine Akquisition, deren finanzielle Dimensionen nicht offengelegt wurden. Gleichzeitig fließen frische Mittel in die Kasse, allerdings zu einem Preis von 3,09 US-Dollar je Aktie – ein Abschlag von 26 Prozent zum damaligen Börsenkurs von 4,19 US-Dollar. Der Platzzement-Agent Ladenburg Thalmann vermittelte das Geschäft, das voraussichtlich um den 30. Januar 2025 abgeschlossen wird.
Rendiatech-Deal: Vom Symptom zur Diagnose
Kern der Expansionspläne ist die Übernahme von Rendiatech Ltd. aus Israel. Das Unternehmen hat sich auf automatisierte Überwachung der Nierenfunktion spezialisiert. Dessen Clarity-System misst kontinuierlich und präzise die Urinproduktion – eine Abkehr von manuellen Messungen und sporadischen Kontrollen. Für Nuwellis bedeutet der Schritt eine strategische Erweiterung: Bisher konzentrierte sich das Geschäft auf therapeutisches Flüssigkeitsmanagement mit dem Aquadex SmartFlow-System, das überschüssige Flüssigkeit bei Patienten mit Hypervolämie entfernt. Nun kommt die Echtzeit-Diagnostik hinzu.
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CEO John Erb spricht von einer „natürlichen und komplementären Evolution“ des Portfolios. Die Boards beider Unternehmen stimmten der Transaktion zu, wobei die üblichen Abschlussbedingungen noch erfüllt werden müssen. Der Zeitpunkt für den Deal-Abschluss wurde nicht konkretisiert.
Kapitalspritze unter Druck?
Fast zeitgleich sicherte sich Nuwellis rund 5 Millionen US-Dollar durch eine Privatplatzierung und eine Warrant-Vereinbarung mit einem institutionellen Investor. Im Detail: 994.537 Stammaktien (oder vorfinanzierte Warrants) gehen zum Preis von 3,09 US-Dollar über den Tisch. Zusätzlich erhält der Investor Warrants zum Kauf von weiteren 1.989.074 Aktien zu je 2,84 US-Dollar – ausübbar sofort und mit fünfjähriger Laufzeit.
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Parallel dazu einigte sich Nuwellis mit demselben Investor darauf, bestehende Warrants aus November 2024 und Juni 2025 zum reduzierten Preis von 3,09 US-Dollar auszuüben. Dabei werden Warrants für 623.585 Aktien gezogen und neue Warrants für 1.247.170 Aktien zu 2,84 US-Dollar ausgegeben. Die Wertpapiere werden ohne SEC-Registrierung im Rahmen einer Privatplatzierung angeboten; eine nachträgliche Registrierungserklärung soll jedoch eingereicht werden.
Neue Finanzchefin an Bord
Am 2. Februar 2026 übernimmt Carisa Schultz die Position der CFO. Zuletzt war sie als Vice President of Finance bei NeueHealth (ehemals Bright Health Group) tätig, wo sie Enterprise Finance, Treasury und Corporate Development leitete. Ihre Karriere umfasst zudem Führungsrollen bei Boston Scientific und Stationen in der Big-Four-Wirtschaftsprüfung. Schultz äußerte sich optimistisch über den Zeitpunkt ihres Eintritts und bezeichnete die Ausrichtung auf präzise kardiorenale Versorgung als bedeutende Chance.
Doch wie passt das zusammen? Einerseits die ehrgeizige Übernahme und Produkterweiterung, andererseits die verwässernde Kapitalerhöhung zu deutlich reduzierten Konditionen. Die jüngsten Zahlen aus dem dritten Quartal 2025 zeigten einen Umsatzrückgang von 6 Prozent auf 2,2 Millionen US-Dollar – bei einem Jahresumsatz von 8,17 Millionen US-Dollar und einer Bruttomarge von 60,91 Prozent. Immerhin: Ein Nettogewinn von 469.000 US-Dollar (0,56 US-Dollar je Aktie) stand zu Buche. Ob die frischen Mittel ausreichen, um die Akquisition zu finanzieren und das operative Geschäft zu stabilisieren, bleibt offen.
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