Starke Marktposition, schwache Kurse. Bei Nvidia wächst die Sorge vor neuen Rivalen. Am Donnerstag verlor die Aktie 4,6 Prozent und fiel auf rund 200 US-Dollar. Das Handelsvolumen lag deutlich über dem Durchschnitt.

Große Cloud-Anbieter investieren massiv in eigene KI-Prozessoren. Alphabet bietet seine selbst entwickelten Chips mittlerweile auch externen Kunden an. Damit greift der Konzern Nvidias Kerngeschäft direkt an. Parallel dazu baut Amazon seine eigene Chip-Sparte weiter aus.

Ein weiterer Dämpfer kam von OpenAI. Berichten zufolge hat das Unternehmen seine Umsatzziele für 2025 verfehlt. Das drückte die Stimmung im gesamten KI-Sektor und löste Verkäufe aus.

Flucht in das Ökosystem

Nvidias Marktposition bleibt vorerst gewaltig. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte das Rechenzentrumsgeschäft fast 194 Milliarden US-Dollar Umsatz. Das entspricht knapp 90 Prozent der gesamten Konzernerlöse. Die Bruttomarge bewegt sich weiterhin auf einem extrem hohen Niveau.

Um diese Dominanz zu sichern, erweitert Nvidia sein Angebot. Der Konzern will das gesamte KI-Ökosystem kontrollieren. Kürzlich startete das Unternehmen das multimodale KI-Modell Nemotron 3 Nano Omni. Hinzu kommt die Open-Source-Familie Ising für Quanten-KI. Das Ziel: Nvidia baut sich zur zentralen Plattform für Firmenkunden um.

Analysten bleiben optimistisch

Erst Ende April erreichte die Aktie ein neues Rekordhoch. Die Marktkapitalisierung überstieg dabei die Marke von fünf Billionen US-Dollar. Trotz des aktuellen Rücksetzers raten viele Analysten weiter zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 275 US-Dollar.

Experten der Bank of America sehen Raum für höhere Ausschüttungen. Da die größten Investitionen in das KI-Ökosystem abgeschlossen seien, könnte Nvidia die Dividende anheben.

Am 20. Mai präsentiert Nvidia die Zahlen für das erste Quartal. Der Bericht liefert konkrete Daten zur aktuellen Nachfrage. Anleger achten dann besonders auf die Prognosen für das Rechenzentrumsgeschäft.