Nvidia Aktie: 22-Billionen-Argument

Ein quantitatives Bewertungsmodell der UBS stuft Nvidia als massiv unterbewertet ein, während institutionelle Anleger die Aktie abstoßen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist auf ein historisches Tief gefallen.

Nvidia Aktie
Kurz & knapp:
  • UBS-Bewertungsmodell sieht 400 Prozent Unterbewertung
  • Hedgefonds verkaufen Aktien in Rekordtempo
  • KGV fällt unter den Wert des S&P 500
  • Analysten sehen über 50 Prozent Aufwärtspotenzial

Nvidia wird von einem der renommiertesten quantitativen Bewertungsmodelle der Wall Street als massiv unterbewertet eingestuft — und das ausgerechnet in einem Moment, in dem institutionelle Anleger die Aktie in hohem Tempo abstoßen. Das Auseinanderdriften von Fundamentaldaten und Marktverhalten ist selten so deutlich wie jetzt.

Was das UBS-Modell sieht

Das proprietäre Bewertungsframework UBS HOLT, das auf dem Cash Flow Return on Investment (CFROI) basiert, kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Nvidia sei rund 400 Prozent unterbewertet. Das würde einer Marktkapitalisierung von 22 Billionen Dollar entsprechen — verglichen mit 4,46 Billionen Dollar Anfang April.

Der Grund für diese Einschätzung liegt in Nvidias außergewöhnlichen Kennzahlen. Der CFROI des Unternehmens liegt bei 73 Prozent, während der Durchschnitt aller Nicht-Finanzunternehmen in der HOLT-Datenbank bei etwa 6 Prozent liegt. Das platziert Nvidia im obersten 0,1 Prozent aller jemals erfassten Unternehmen. Besonders relevant: Das Modell geht normalerweise davon aus, dass Wettbewerb die Renditen eines Unternehmens über Zeit erodiert — bei Nvidia ist dieser Effekt bislang nicht eingetreten. Stattdessen musste das Modell seine Langfristannahmen mehrfach nach oben korrigieren.

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Hedgefonds verkaufen, Analysten kaufen

Trotz dieser Fundamentaldaten steht die Aktie unter erheblichem Verkaufsdruck. Goldman Sachs meldete, dass Hedgefonds im März so schnell Aktien abgestoßen haben wie zuletzt vor 13 Jahren. Nvidia gehörte neben Tesla und Palantir zu den am stärksten betroffenen Titeln. Treiber dieser Bewegung sind gestiegene Ölpreise, geopolitische Unsicherheiten und eine generell defensivere Positionierung institutioneller Anleger.

Das steht in scharfem Kontrast zur Analystengemeinde: 94 Prozent der Analysten stufen die Aktie mit „Buy“ oder „Strong Buy“ ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 268 Dollar — was einem Aufwärtspotenzial von über 50 Prozent entspricht. Einzelne Banken sind noch optimistischer: Bank of America sieht 300 Dollar, Barclays 275 Dollar, JPMorgan 265 Dollar.

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Bewertung auf historischem Tief

Hinzu kommt ein Bewertungsbild, das in dieser Form seit mehr als einem Jahrzehnt nicht zu sehen war. Auf Basis der erwarteten Gewinne für das Geschäftsjahr 2027 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 20,5 — niedriger als das des S&P 500 mit 20,7. Zum Vergleich: Der historische Zehnjahresdurchschnitt für Nvidia liegt bei 61,6.

Das operative Geschäft liefert weiterhin Rückenwind. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Nvidia einen Rekordumsatz von 68,1 Milliarden Dollar — ein Plus von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 peilt das Unternehmen 78 Milliarden Dollar an.

Charttechnisch hat die Aktie zuletzt Fahrt aufgenommen: Nach einer monatelangen Seitwärtsphase stieg sie in den vergangenen sechs Handelstagen um mehr als 10 Prozent — die längste Gewinnserie seit Oktober. Technische Analysten beobachten die Marke von 185 Dollar als möglichen Ausbruchspunkt.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.