Ausgerechnet am Tag der ersten großen Dividendenzahlung gerät Nvidia unter Druck. Anleger schichten um — weg vom dominanten KI-Chip-Anbieter, hin zu Zulieferern, die von Engpässen im KI-Ökosystem profitieren.
Kapital fließt in Speicher und Infrastruktur
Die Aktie verlor am Freitag 1,6 Prozent auf 195,74 Dollar. Im Nachhandel rutschte sie weitere 0,5 Prozent auf 194,77 Dollar ab. Auf Monatssicht summiert sich das Minus auf rund 8 Prozent.
Der Grund: Investoren setzen zunehmend auf die nächste Ausbaustufe der KI-Infrastruktur. Speicherhersteller wie Micron und Sandisk profitieren derzeit von massiven Engpässen bei Hochbandbreitenspeicher (HBM3e) — einem Kernbauteil in Nvidias eigenen Rechenzentrumsystemen. Das Kapital wandert also nicht aus dem KI-Sektor heraus, sondern innerhalb davon.
Technische Unterstützung bei 188 Dollar
Nach dem Rückzug von den Mitte-Mai-Hochs bei über 235 Dollar testet die Aktie nun kritische Unterstützungszonen. Fällt der Kurs nachhaltig unter 188 Dollar, droht ein tieferer Rücksetzer. Der 200-Tage-Durchschnitt gilt als entscheidende Verteidigungslinie für bullische Marktteilnehmer.
Nvidias Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund 4,82 Billionen Dollar. Auf Prognosemärkten sinken die Wahrscheinlichkeiten für eine kurzfristige Rückkehr zu früheren Rekordständen. Hintergrund: Die Mietpreise für GPU-Kapazitäten sind seit den Mai-Hochs spürbar gefallen.
Vera Rubin läuft planmäßig an
Gegen die technische Vorsicht sprechen Lieferkettenmeldungen aus Taipeh. Die Produktionsumstellung auf Nvidias nächste Plattform „Vera Rubin“ läuft demnach nach Plan. Zulieferer bestätigen den Abschluss der Transition für das zweite Quartal 2026. Der Volumenanlauf startet im dritten Quartal.
Die Vera-Rubin-Architektur ist für Modelle mit Billionen Parametern und autonome KI-Workflows ausgelegt. Gegenüber Vorgängersystemen soll sie bis zu zehnmal mehr Inferenz-Durchsatz pro Watt liefern.
6 Milliarden Dollar an Aktionäre
Der 26. Juni ist Zahltag. Nvidia schüttet heute eine Quartalsdividende von 0,25 Dollar je Aktie aus — insgesamt rund 6,055 Milliarden Dollar an Aktionäre. Gegenüber der früheren symbolischen Auszahlung von 0,01 Dollar entspricht das einem Anstieg von 2.400 Prozent.
Die Dividendenerhöhung ist Teil einer umfassenderen Kapitalrückgabe. Auf der Hauptversammlung am 24. Juni bestätigte das Management ein neues Aktienrückkaufprogramm über 80 Milliarden Dollar. Künftig will Nvidia mindestens 50 Prozent des freien Cashflows über Rückkäufe und Dividenden an Aktionäre zurückgeben. Damit rückt der Konzern näher an die Ausschüttungspolitik anderer großer Technologiekonzerne heran.
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