Kurz vor den Quartalszahlen prallen bei Nvidia zwei völlig unterschiedliche Entwicklungen aufeinander. Während prominente Hedgefonds wie D1 Capital und Third Point ihre Positionen im zweiten Quartal zuletzt komplett auflösten und Iconiq Capital fast 87 % seiner Anteile verkaufte, griffen andere Großinvestoren massiv zu. Renaissance Technologies erhöhte seinen Bestand um rund 180 %, Soros Capital sogar um mehr als 540 %. Die gegensätzlichen Bewegungen zeigen, wie unterschiedlich die Chancen und Risiken vor dem nächsten Zahlenwerk eingeschätzt werden.

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Am 26. August veröffentlicht Nvidia nach US-Börsenschluss die Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027. Die Bank of America bleibt im Vorfeld klar optimistisch: Analyst Vivek Arya bestätigt seine Kaufempfehlung und sieht das Kursziel bei 350 US-Dollar. Seine Zuversicht gründet vor allem auf der anhaltend starken Nachfrage nach KI-Infrastruktur und der dominierenden Stellung Nvidias im Markt für Hochleistungsrechenleistung.

Doch Nvidia verändert gleichzeitig sein Geschäftsmodell. Der Konzern investiert inzwischen selbst Milliarden in wichtige Akteure des KI-Ökosystems und unterstützt den Aufbau großer Rechenzentren finanziell. Zusammen mit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR sollen mehr als 500 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastruktur mobilisiert werden. Nvidia wird damit zunehmend nicht nur zum Lieferanten, sondern auch zum strategischen Mitfinanzierer des Wachstums.

Diese Entwicklung bringt Chancen und neue Risiken. Beim geplanten OpenAI-Rechenzentrum in Ohio wurde eine ursprünglich diskutierte Garantie von bis zu 250 Milliarden US-Dollar laut Reuters auf weniger als 120 Milliarden Dollar reduziert. Gleichzeitig kann Nvidia nach Angaben von Jensen Huang weiterhin bis zu 125 Milliarden Dollar oder bis zu 25 % einzelner Transaktionen absichern. Der Konzern zieht sich also nicht aus der Finanzierung zurück, sondern verteilt die Risiken offenbar gezielter auf mehrere Partner.

Auch milliardenschwere Beteiligungen gehören inzwischen zum Bild. Nvidia investierte rund 5 Milliarden US-Dollar in Safe Superintelligence und erhielt über eine frühere xAI-Investition eine umfangreiche Beteiligung an SpaceX. Gerade deren Wertentwicklung zeigt die neue Dimension: Der Wert des SpaceX-Pakets sank laut vorliegenden Angaben von rund 21 Milliarden auf etwa 17,2 Milliarden US-Dollar. Künftig können damit nicht mehr nur Chipabsatz und Margen, sondern auch externe Entwicklungen bei Beteiligungen stärker auf Nvidias Bilanz einwirken.

Aktuell fehlt noch relativ viel, um die Marke von 200 Euro und ein neues Allzeithoch sicher zu holen: Nach dem 26.8. kann sich indes alles ändern.