Auch am Dienstag bleibt Nvidia mit -2,03 % Abschlag, aber einem Kurs von 190,56 Euro kräftig im Aufwärtstrend. Sie schiebt sich aktuell mit Abschlägen immerhin nahe an die Traumarke von 200 Euro. Das wäre ein gutes Zeichen für einen ohnehin starken Konzern.

Wie weit Nvidia inzwischen über das klassische Geschäft mit KI-Chips hinausgewachsen ist, zeigt sich derzeit vor allem bei der Finanzierung der globalen KI-Infrastruktur. Der Konzern verkauft nicht nur die Hardware für Rechenzentren, sondern beteiligt sich zunehmend an wichtigen Unternehmen, sichert Großprojekte finanziell ab und versucht, seine Position entlang der gesamten Wertschöpfungskette auszubauen.

Risikoverteilung: Ein gutes Stichwort für die Nvidia

Dabei scheint Nvidia bei besonders großen Projekten inzwischen stärker auf Risikoverteilung zu setzen. Für ein geplantes OpenAI-Rechenzentrum im US-Bundesstaat Ohio soll die diskutierte finanzielle Garantie laut Reuters auf weniger als 120 Milliarden US-Dollar reduziert worden sein. Zuvor waren Garantien von bis zu 250 Milliarden Dollar im Gespräch.

Das bedeutet allerdings offenbar keinen grundsätzlichen Rückzug. Nvidia bleibt in das Projekt eingebunden, will die finanzielle Last aber nicht allein tragen. Genau dazu passt eine weitere Initiative: Gemeinsam mit Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR arbeitet Nvidia an einer Plattform, über die mehr als 500 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastruktur mobilisiert werden sollen.

Nvidia-Chef Jensen Huang hatte erklärt, dass der Konzern selbst bis zu 125 Milliarden US-Dollar oder bis zu 25 % möglicher Deals absichern könnte. Die Richtung ist damit klar: Nvidia will die enorme Expansion der KI-Infrastruktur weiter vorantreiben, das Risiko einzelner Milliardenprojekte aber auf ein breiteres Netzwerk aus Kapitalgebern verteilen.

Dabei offenbart eine neue Pflichtmitteilung an die SEC, wie weit Nvidia bereits mit anderen wichtigen Akteuren des Technologie-Ökosystems verflochten ist. Genannt werden Beteiligungen an SpaceX im Wert von knapp 21 Milliarden US-Dollar und an Intel von rund 30 Milliarden US-Dollar. Gerade die Intel-Angabe bleibt allerdings rätselhaft, da der genannte Wert gegenüber früheren Angaben massiv gestiegen ist und die Hintergründe bislang nicht nachvollziehbar erklärt wurden. Die Daten stammen zudem aus einer Selbstauskunft und wurden noch nicht von der SEC geprüft.

Vom Allzeithoch bei rund 202 % ist die Aktie nun nur noch gut 3 % entfernt.

Das unterstreicht, dass Anleger die vorsichtigere Haltung bei einzelnen Großfinanzierungen bislang eher als strategische Disziplin denn als Warnsignal interpretieren. Unterstützung dafür liefert auch die weiterhin breite Nachfrage nach Nvidia-Technologie, die von großen KI-Rechenzentren bis zu weltweiten Forschungs- und Infrastrukturprojekten reicht.

Am 26. August nach US-Börsenschluss stehen die nächsten Quartalszahlen an. Hier erwarten Analysten noch sehr viel Power.