Die Marke von 200 Euro ist für Nvidia nach Dienstag wieder etwas näher gerückt. Die Aktie gewann 1,11 % auf 184,82 Euro, obwohl die Stimmung rund um KI zuletzt gemischt blieb. Andere Chipwerte entwickelten sich zuletzt ebenfalls kräftig. AMD stieg am Freitag um 2,5 % auf gut 445 Euro. Auf Monatssicht betrug das Plus 6 %, seit Jahresbeginn 142 %. Piper Sandler hob AMD auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 600 Dollar an und verwies auf KI-Agenten als zusätzlichen Nachfragetreiber. Infineon gewann am Freitag 4,5 % auf 58,06 Euro und lag auf Monatssicht dennoch fast 8 % im Minus.

Nvidia: Die Kursziele bleiben

Für Nvidia hält Goldman Sachs am Kursziel von 300 Dollar fest. Piper Sandler nennt ebenfalls 300 Dollar und begründete seine Einschätzung vom 10. September unter anderem mit erwarteten GPU-Preissteigerungen von 25 bis 40 % in diesem Jahr. Für den Compute-Sektor wird bis 2030 ein jährliches Gewinnwachstum von 45 % erwartet. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 steigerte Nvidia den Umsatz um 106 % auf 96,2 Milliarden Dollar. Das Rechenzentrumsgeschäft erreichte 89,0 Milliarden Dollar. Die Bruttomarge lag bei 75,0 %. Für das dritte Quartal werden 108,0 Milliarden Dollar Umsatz erwartet. Einnahmen aus Rechenzentren in China sind darin nicht berücksichtigt.

Vera Rubin ist bereits bei CoreWeave, Google Cloud, Microsoft Azure, Oracle Cloud Infrastructure und Nebius verfügbar. Im dritten Quartal soll die Plattform rund 20 % des Rechenzentrumsumsatzes erreichen. Am 2. September unterschrieb Nvidia außerdem den Vertrag zur 12,93 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Hugging Face. Der Abschluss soll in der ersten Hälfte 2027 erfolgen. Noch offen ist eine mögliche Investition von bis zu 10 Milliarden Dollar in den geplanten Anthropic-Börsengang. Das Start-up will bis zu 100 Milliarden Dollar aufnehmen. Eine Bewertung von rund 2 Billionen Dollar steht im Raum. Anthropic nutzt Nvidia-Chips für Claude, bezieht Cloud-Kapazitäten bei Microsoft und kooperiert mit Amazon, Google und Broadcom.

Der mögliche Börsenstart könnte noch vor den nächsten US-Zwischenwahlen stattfinden. Goldman Sachs und JPMorgan bemühen sich bereits um das Vermögensverwaltungsgeschäft für Anthropic-Beschäftigte. Das US-Justizministerium prüft außerdem den rund 20 Milliarden Dollar schweren Groq-Deal auf kartellrechtliche Fragen. Bereits Ende 2025 investierte Nvidia in Anthropic. Danach folgten Zusagen für Nvidia-basierte Cloud-Kapazitäten bei Microsoft. Eine Beteiligung von bis zu 10 Milliarden Dollar am Börsengang würde diese Verbindung zusätzlich auf den Kapitalmarkt ausweiten. Analysten sind auch deshalb interessiert.