Für Nvidia ging es heute um kleine -0,4 % abwärts auf 170,94 Euro. Das ist auf dem aktuellen Niveau verträglich. Damit setzte sich eine kurzfristige Konsolidierung fort, obwohl das Papier auf Sicht von drei Monaten noch immer über 15 % im Plus liegt. Im Mittelpunkt einiger Diskussionen stehen nach einer insgesamt sehr lebendigen Woche für die gesamte Tech-Industrie offenbar auch Entscheidungen bzgl. China: Nvidia versucht, den chinesischen Markt mit einer neuen Serverprozessorfamilie zurückzuerobern.
Nvidia: Haben die Börsen dies kurzfristig auf dem Schirm?
Hintergrund sind die amerikanischen Exportbeschränkungen für leistungsfähige KI-Beschleuniger. Diese Regeln haben den Absatz vieler Hochleistungsprodukte in China erschwert. Nvidia reagiert nun mit der neuen Prozessorplattform Vera. Anders als viele Grafikprozessoren unterliegen diese Server-CPUs deutlich geringeren regulatorischen Einschränkungen. Damit erhält der Konzern eine neue Möglichkeit, seine Präsenz im weltweit zweitgrößten IT-Markt auszubauen.
Besonders wichtig ist dabei eine erste konkrete Kundenbestellung. Ein chinesischer Cloud-Anbieter testet die neue Technologie bereits und bereitet nach Unternehmensangaben den Einsatz von mehr als 300 Servern vor. Die ersten Auslieferungen sollen im August beginnen. Für Nvidia wird damit erstmals sichtbar, ob die Nachfrage nach einer eigenen CPU-Plattform auch außerhalb klassischer Grafikprozessoren tragfähig ist.
Die wirtschaftliche Dimension ist erheblich. Das Management kalkuliert für das laufende Geschäftsjahr mit Erlösen von rund 20 Milliarden Dollar aus dem Vera-Geschäft. Damit könnte innerhalb kurzer Zeit ein zusätzlicher Milliardenmarkt entstehen. Bislang dominiert Nvidia vor allem den Markt für KI-Beschleuniger. Mit Vera greift der Konzern nun direkt die etablierten Serverprozessor-Anbieter Intel und AMD an.
Die Börse bewertet Nvidia trotz der jüngsten Kursschwäche weiterhin hoch. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 4,7 Billionen Dollar. Für 2027 wird ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20,9 erwartet. Gleichzeitig rechnen Analysten für 2028 mit einem Umsatz von 552 Milliarden Dollar nach 392 Milliarden Dollar im Jahr 2027. Der prognostizierte Nettogewinn soll von 227 Milliarden Dollar auf 305 Milliarden Dollar steigen.
Daher sind auch die Kursziele von Analysten hier extrem hoch!
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