Rekordquartale, ein 500-Milliarden-Dollar-Auftragsbestand und dennoch eine Aktie, die seit über acht Monaten kaum vom Fleck kommt. Nvidia steckt in einem ungewöhnlichen Widerspruch: Die Fundamentaldaten zeigen nach oben, das institutionelle Kapital zieht sich zurück.
Hedgefonds auf dem Rückzug
Goldman Sachs verzeichnete im März das schnellste Verkaufstempo von Hedgefonds seit 13 Jahren — das zweithöchste seit Beginn der Datenerhebung 2011. Nvidia gehörte neben Tesla und Palantir zu den am stärksten betroffenen Namen. Getrieben wurde der Abbau vor allem durch Short-Positionen, also gezielte Wetten auf fallende Kurse.
Der breitere Markt spiegelt diese Nervosität wider: Der MSCI All-Country World Index verlor im März 7,4 Prozent — die schwächste Monatsperformance seit 2022. Fondsmanager rotierten gleichzeitig aus Wachstumstiteln in defensivere Werte wie Walmart und Costco.
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Optionsmarkt bestätigt das Bild
Auch die Signale aus dem Optionsmarkt passen dazu. Das Put-Call-Verhältnis stieg bis Anfang April auf 0,78, defensive Absicherungen nahmen zu. Der Chaikin Money Flow — ein Indikator für institutionellen Kauf- und Verkaufsdruck — notiert bei -0,08 und lag den Großteil des März im negativen Bereich. Die jüngste fünftägige Kurserholung wurde von institutioneller Seite offenbar nicht mitgetragen.
Bewertung auf historisch niedrigem Niveau
Das Paradoxe: Nvidia lieferte im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Rekordumsatz von 68 Milliarden Dollar — ein Plus von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 82 Prozent auf 1,62 Dollar. CEO Jensen Huang sprach von einer Auftragssichtbarkeit von über 500 Milliarden Dollar für Blackwell- und Vera-Rubin-Chips bis Ende 2026, mit einem Potenzial von mindestens einer Billion Dollar bis 2027.
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Der Kursrückgang hat die Bewertung auf historisch günstige Niveaus gedrückt. Das Forward-KGV liegt bei 21,39, das PEG-Verhältnis bei 0,38 — rund 77 Prozent unter dem eigenen Zehnjahresdurchschnitt und 86 Prozent unter dem Branchenmedian von 2,67. Ob das Kaufargument oder Ausdruck struktureller Skepsis ist, darüber streiten Marktbeobachter seit Monaten. Die Eigenkapitalrendite von über 100 Prozent und eine Kapitalrendite von 126 Prozent sprechen jedenfalls für die operative Stärke des Unternehmens.
Zwei Termine im Fokus
Der nächste wichtige Taktgeber ist die Fed-Sitzung am 28. und 29. April. Parallel beginnt bereits die Positionierung vor dem Quartalsbericht Ende Mai. Nvidia hält zudem Beteiligungen im Wert von jeweils rund zwei Milliarden Dollar an Neocloud-Anbietern und Netzwerkzulieferern sowie eine fünf Milliarden Dollar schwere Beteiligung an Intel — ein Ökosystem, das die strategische Tiefe der KI-Infrastrukturstrategie unterstreicht, kurzfristig aber wenig am Sentiment ändert.
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