Zwei Termine, eine Botschaft: Nvidia zeigt Aktionären in dieser Woche, wie viel Vertrauen das Management in die eigene Zukunft hat. Am Mittwoch, 24. Juni, findet die Hauptversammlung statt — zwei Tage später folgt die Dividendenzahlung.

Dividende steigt um das 25-Fache

Die Ausschüttung ist kein symbolischer Akt. Nvidia erhöht die Quartalsdividende von 0,01 Dollar auf 0,25 Dollar je Aktie — das entspricht dem 25-fachen des bisherigen Betrags. Auszahlung ist am 26. Juni an alle Aktionäre, die am 4. Juni im Aktionärsregister standen.

Hinzu kommt ein milliardenschweres Rückkaufprogramm. Der Vorstand genehmigte im Mai zusätzliche 80 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe — ohne Ablaufdatum. Allein im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres flossen rund 20 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurück.

Zahlen liefern die Grundlage

Diese Kapitalrückgaben sind keine Großzügigkeit auf Pump. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte Nvidia einen Rekordumsatz von 81,6 Milliarden Dollar — ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs sogar um 92 Prozent auf 75,2 Milliarden Dollar.

Für das laufende Quartal erwartet Nvidia rund 91 Milliarden Dollar Umsatz. China-Geschäft im Rechenzentrumsbereich ist dabei bewusst nicht eingerechnet. Für das Gesamtjahr 2026 weist der Konzern einen Umsatz von 215,9 Milliarden Dollar aus — 65 Prozent mehr als im Vorjahr.

Korea als nächste Wachstumsfront

Parallel zur Hauptversammlung setzt Nvidia auf Südkorea. CEO Jensen Huang traf sich mit Vertretern von LG, SK, Hyundai, Naver und Doosan. Mit LG entsteht eine KI-Fabrik für Robotik, autonomes Fahren und GPU-Cloud-Dienste. Mit Doosan weitet Nvidia die Zusammenarbeit in den Bereichen physische KI und Robotik aus.

Beobachter werten Huangs verlängerten Aufenthalt als Signal: Nvidia will in Korea kein Chip-Lieferant bleiben, sondern ein vollständiges KI-Ökosystem aufbauen — von der Infrastruktur bis zur Fertigung.

Aktie nahe am gleitenden Durchschnitt

An der Börse notiert die Nvidia-Aktie bei 177,28 Euro — praktisch auf Höhe des 50-Tage-Durchschnitts von 177,30 Euro. Der RSI von 45,6 signalisiert eine neutrale bis leicht überverkaufte Lage. Über zwölf Monate hat die Aktie rund 42 Prozent gewonnen, liegt aber noch etwa 12 Prozent unter dem Allzeithoch vom Mai.

Auf der Hauptversammlung stimmen Aktionäre neben Direktorenwahl und Vergütung auch über vier Aktionärsanträge ab — darunter eine Forderung nach mehr Transparenz bei Treibhausgasemissionen aus Nvidia-Produkten. Der Vorstand empfiehlt, alle vier abzulehnen.