Nvidia verdient so viel Geld, dass selbst ein milliardenschweres Aktionärsprogramm fast wie eine Randnotiz wirkt. Der Chipkonzern hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 nicht nur Rekorderlöse gemeldet — er hat gleichzeitig das aggressivste Kapitalrückgabeprogramm seiner Geschichte angekündigt.
Dividende mal 25, Buyback mal 80 Milliarden
Die Quartalsdividende springt von 0,01 Dollar auf 0,25 Dollar je Aktie. Das entspricht einer Erhöhung um das 25-Fache — oder 2.400 Prozent. Ausgezahlt wird am 26. Juni 2026 an alle Aktionäre, die am 4. Juni im Register stehen. Annualisiert ergibt das einen Dollar je Aktie.
Parallel dazu genehmigte der Vorstand am 18. Mai ein zusätzliches Aktienrückkaufprogramm über 80 Milliarden Dollar. Zusammen mit den bereits bestehenden 38,5 Milliarden Dollar aus dem laufenden Programm ergibt das eine Rückkaufkapazität von rund 118 Milliarden Dollar — ohne Verfallsdatum.
Das ist kein Versprechen auf die Zukunft. Allein im ersten Quartal flossen rund 20 Milliarden Dollar an Aktionäre zurück, in Form von Rückkäufen und Dividenden. Der freie Cashflow lag bei 48,6 Milliarden Dollar — fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.
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Wachstum beschleunigt sich weiter
Hinter diesen Zahlen steckt ein Unternehmen, das operativ kaum Grenzen kennt. Der Quartalsumsatz stieg um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden Dollar. Es war das dritte Quartal in Folge mit beschleunigtem Jahreswachstum und das 14. Quartal in Folge mit sequenziellem Umsatzplus.
Das Datenzentrum-Segment trug 75,2 Milliarden Dollar bei — ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Treiber waren die Blackwell-300-Produkte sowie starke Nachfrage nach InfiniBand- und NVLink-Lösungen. Die Bruttomarge lag bei rund 75 Prozent. Beim bereinigten Gewinn je Aktie erzielte Nvidia 1,87 Dollar — Analysten hatten 1,77 Dollar erwartet.
Für das laufende zweite Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von 91 Milliarden Dollar in Aussicht. Der Konsens lag zuvor bei knapp 87 Milliarden Dollar.
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China fehlt — CPUs sollen es ausgleichen
Ein Schatten liegt auf dem Bild: Im Berichtsquartal lieferte Nvidia keine Hopper-Produkte nach China. Im Vorjahreszeitraum hatte dieses Geschäft noch 4,6 Milliarden Dollar eingebracht. CEO Jensen Huang räumte ein, dass die Nachfrage in China „sehr groß“ sei — aber Nvidia habe diesen Markt „weitgehend an Huawei abgetreten“.
Als Gegengewicht setzt Nvidia auf CPUs. Für 2026 peilt das Unternehmen rund 20 Milliarden Dollar Umsatz mit eigenständigen Prozessoren an. Das wäre fast so viel wie AMDs gesamter Jahresumsatz. Die Grace-CPU läuft bereits, der Nachfolger Vera soll ab 2027 CPU-only-Server antreiben — beide auf Arm-Architektur. Nvidia greift damit direkt die x86-Dominanz von Intel und AMD an.
Kursrückgang trotz Rekordquartal
Nach Börsenschluss gab die Aktie rund ein Prozent nach — trotz der starken Zahlen und der üppigen Ausschüttungen. Es war bereits der vierte Post-Earnings-Rückgang in Folge. Auf Monatssicht liegt das Papier dennoch mehr als elf Prozent im Plus, seit Jahresbeginn fast 20 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 236,54 Dollar ist die Aktie nicht weit entfernt.
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