Nvidia schloss am Dienstag bei 188,06 Euro und verlor damit schließlich 1,06 %. Zum 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro fehlen knapp 8 %, während die Aktie rund 3 % über dem 50-Tage-Durchschnitt von 181,58 Euro liegt. Der RSI von 51,2 bewegt sich gleichzeitig in einem neutralen Bereich. Das heißt unter dem Strich, dass die Amerikaner dennoch klar im Aufwärtstrend verbleiben, denn die 200-Tage-Lnie ist noch immer 11,8 % entfernt.
Im Mittelpunkt steht inzwischen die Frage, welches Wachstum die Bewertung rechtfertigen kann. Nvidia meldete im zweiten Fiskalquartal 2027 einen Umsatz von 96,22 Mrd. US-Dollar und ein Plus von rund 106 %. Der Gewinn je Aktie erreichte 2,22 US-Dollar, nachdem der Konsens lediglich 2,0887 US-Dollar vorgesehen hatte. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs sogar um 117 % auf 89 Mrd. US-Dollar.
Nvidia erwartet weiteres Wachstum
Für das laufende Quartal nennt Nvidia 108 Mrd. US-Dollar Umsatz als Ziel, wobei eine Schwankungsbreite von ±2 % vorgesehen ist. China ist in dieser Prognose nicht enthalten. Für das kommende Geschäftsjahr stellt Nvidia beim Rechenzentrumsgeschäft rund 70 % Wachstum in Aussicht. Damit verschiebt sich der Fokusauf die Frage, ob die hohen Zuwachsraten auch bei größerer Umsatzbasis Bestand haben.
Die nächste Produktgeneration ist bereits in der Lieferkette angekommen. Blackwell Ultra beziehungsweise GB300 wird in Massenproduktion an Microsoft, Oracle und CoreWeave ausgeliefert. Rubin folgt als nächste Architektur und verbindet Rubin-GPUs mit Vera-CPUs. Nvidia nennt bei bestimmten Operationen eine bis zu dreifache Verbesserung.
Tesla-Chef Elon Musk verwies ebenfalls auf Rubin und erklärte, Tesla setze bei KI-Infrastruktur ausschließlich auf Nvidia. Nach seiner Einschätzung könnte die Architektur die Inferenzkosten um den Faktor zehn reduzieren. Parallel baut Nvidia mit MediaTek das NVLink-Fusion-Ökosystem aus. Dafür investiert der Konzern 3,5 Mrd. US-Dollar in eine Wandelanleihe über insgesamt 3,9 Mrd. US-Dollar. MediaTek kann dadurch kundenspezifische KI-Chips für Nvidias Rechenzentrumsökosystem entwickeln; die Aktie des taiwanischen Unternehmens stieg nach Bekanntwerden der Kooperation um 10 %.
Gleichzeitig pausierte Nvidia Teile seines Finanzierungsprogramms für kleinere KI-Cloud-Anbieter. Bei den Eigenentwicklungen der Wettbewerber stehen Google mit TPUs, Cerebras mit dem CS-4 und Microsoft mit dem für Herbst erwarteten Maia-300-Chip im Fokus.
Die Bewertung ist mit einem KGV von 44 akzeptabel (im historischen Vergleich). Analysten erwarten indes noch sehr viel höhere Kursziele.
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