Nvidia steigt heute um 0,85 % auf 177 Euro. Trotz dieser leichten Erholung liegt der Titel auf Monatssicht 4,98 % im Minus und auf Wochensicht 1,65 % unter dem Niveau der Vorwoche. Gleichzeitig sehen Analysten deutlich höhere Kurse als aktuell am Markt bezahlt werden.

Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt derzeit bei 298,93 US-Dollar. Ausgehend vom letzten Schlusskurs von 200,04 US-Dollar entspricht dies einem Potenzial von 49,44 %. Damit gehört Nvidia weiterhin zu den am positivsten eingeschätzten Technologiewerten weltweit, auch wenn die KI-Branche dieser Tage in Bedrängnis geraten ist.

Nvidia: Sehr hoch bewertet

Diese Einschätzung trifft auf eine Aktie, deren Bewertung bereits außergewöhnliche Größenordnungen erreicht hat. Nvidia wird aktuell mit 4,845 Billionen US-Dollar bewertet. Für 2027 wird dennoch nur ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21,4 erwartet. Für 2028 sinkt dieser Wert nach den vorliegenden Schätzungen sogar auf 15,6.

Der Grund für diese vergleichsweise moderaten Bewertungskennzahlen liegt in den Gewinnprognosen. Analysten erwarten einen Nettogewinn von 227 Milliarden US-Dollar für 2027 und 305 Milliarden US-Dollar für 2028. Gleichzeitig soll der Umsatz innerhalb eines Jahres von 392 Milliarden auf 552 Milliarden US-Dollar steigen.

Interessant ist dabei die aktuelle Nachrichtenlage. Während Anleger auf die Quartalszahlen von Micron warten, die heute Abend verkündet werden, meldeten mehrere Branchennachrichten neue Investitionen im KI-Sektor. Gleichzeitig berichteten Medien über die geplante Übernahme des KI-Start-ups Modular durch Qualcomm. Hinzu kommen Meldungen über milliardenschwere Finanzierungsmaßnahmen bei SK Hynix, einem wichtigen Speicherlieferanten der KI-Branche.

Zudem arbeitet Nvidia am Ausbau seines europäischen Geschäfts. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben an mehr als 90 % des europäischen KI-Fabrik-Ausbaus beteiligt. Insgesamt entstehen derzeit 35 neue KI- und Hochleistungsrechner in 23 Ländern.

Die Kursentwicklung zeigt allerdings, dass der Markt derzeit vorsichtiger geworden ist. Trotz eines Jahresplus von 13,65 % liegt die Aktie sechs Monate betrachtet 10,13 % unter dem Zwischenhoch. Anleger verlangen zunehmend Nachweise dafür, dass die enormen Investitionen der großen Cloud-Konzerne dauerhaft hohe Wachstumsraten ermöglichen. Und dennoch: Vor den Micron-Zahlen sieht es hier sehr gut aus.