Wie viel Preissetzungsmacht besitzt Nvidia tatsächlich? Diese Frage rückt unmittelbar vor den Quartalszahlen am Mittwoch in den Mittelpunkt. Laut den vorliegenden Informationen hat der Konzern einige Großkunden darüber informiert, dass KI-Server bei Auslieferungen Anfang kommenden Jahres in vielen Fällen mehr als 15 % teurer werden sollen. Betroffen sind unter anderem Systeme mit Vera-Rubin- und Grace-Blackwell-Chips. Als wesentlicher Grund gelten gestiegene Kosten für Speicherchips.
Für Nvidia könnte daraus ein starkes Signal entstehen. Akzeptieren Cloud-Anbieter, Hyperscaler und KI-Labore die höheren Preise und halten gleichzeitig an ihren Bestellungen fest, würde dies die außergewöhnliche Marktposition des Konzerns unterstreichen. Nvidia könnte gestiegene Kosten weiterreichen und gleichzeitig seine Margen schützen. Bleiben die Kunden dagegen zurückhaltend, könnten gekürzte Budgets oder verschobene Bestellungen die Nachfrage belasten.
Das Risiko gewinnt zusätzlich an Bedeutung, weil Nvidia selbst immer stärker in die Infrastruktur hinter dem KI-Boom investiert. Gemeinsam mit SB Energy entsteht in Ohio der PORTS-Pike Technology Campus. Nvidia steckt dafür 1,5 Milliarden US-Dollar in das Unternehmen und unterstützt zusätzlich die Finanzierung. Zunächst sind 4,25 IT-Gigawatt Rechenkapazität vorgesehen, mit einer Option auf weitere 3,75 IT-Gigawatt. OpenAI wird als Kunde für insgesamt 8 IT-Gigawatt genannt.
Nvidia: Neue Art des Geschäftsmodells
Zudem arbeitet Nvidia mit Finanzhäusern wie Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR an Finanzierungsplattformen für KI-Rechenzentren. Darüber sollen mehr als 500 Milliarden US-Dollar an Drittkapital mobilisiert werden. Damit wächst Nvidia zunehmend vom Chiplieferanten zum zentralen Akteur beim Aufbau der gesamten KI-Infrastruktur.
Genau darin liegt aber auch eine neue Abhängigkeit. Sollte sich der KI-Investitionszyklus abschwächen, könnte Nvidia gleichzeitig bei seinen Chips und bei eigenen Infrastrukturengagements Gegenwind bekommen. Vor den Zahlen bleibt die Börsenlage entsprechend offen: Am Dienstag gewann die Aktie 1,58 % auf 181,54 Euro und liegt damit nur knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von rund 180,78 Euro. Bis zum 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro fehlen rund 11 %. Entscheidend wird nun, ob Nvidia die hohen Erwartungen erneut erfüllt und ob die Kunden auch höhere Preise mittragen.
Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 26. August liefert die Antwort:
Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

