Nvidia beendete den Freitag bei 189,46 Euro und verbuchte damit ein Plus von 0,71 %. Der Konzern baut sein Geschäft rund um KI-Rechenzentren inzwischen weit über den Verkauf eigener Beschleunigerchips hinaus aus. Fraglich bleibt an den Börsen, ob die schnell genug mitkommen. Analysten sehen Kurschancen von bis zu über 25 %!
Nvidia: 3,5 Milliarden Dollar
Ein wichtiger Baustein ist die Zusammenarbeit mit MediaTek. Nvidia investiert 3,5 Milliarden Dollar in Wandelanleihen des taiwanischen Unternehmens. Es handelt sich um die größte Direktinvestition des Konzerns außerhalb der USA. MediaTek soll Nvidias NVLink Fusion einsetzen. Kunden können damit eigene Beschleuniger entwickeln und diese in größere KI-Rechenanlagen einbinden. Die Kooperation umfasst KI-Infrastruktur, lokale Rechenleistung und Anwendungen für die Automobilindustrie. RTX Spark und DGX Spark gehören ebenfalls zu den gemeinsamen Aktivitäten. In Australien entsteht ein weiteres großes Vorhaben. Nvidia arbeitet dort mit Firmus, Sharon AI, IREN, ResetData, Megaport, CDC, NEXTDC und AirTrunk zusammen. Bis 2027 könnten Rechenzentren mit einer Gesamtleistung von bis zu 2 Gigawatt aufgebaut werden. Die Kapazitäten sind für Start-ups, Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen vorgesehen.
Als technische Basis dient NVIDIA DSX. Die Plattform ist für den Aufbau kompletter KI-Fabriken ausgelegt und verbindet die benötigten Komponenten für große Rechenanlagen. Neben den Prozessoren gewinnen damit Rechenzentren, Stromversorgung und Netzanschlüsse für Nvidias weiteres Wachstum an Bedeutung. Für die Finanzierung solcher Anlagen arbeitet Nvidia mit Goldman Sachs, BlackRock, Blackstone, Apollo, Brookfield und KKR. Über die angekündigten Finanzierungsplattformen könnten mehr als 500 Milliarden Dollar für KI-Rechenzentren mobilisiert werden.
Die Größenordnung passt zum Wachstum des laufenden Geschäfts. Im zweiten Fiskalquartal erhöhte Nvidia den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 106 % auf 96,2 Milliarden Dollar. Für das dritte Quartal werden 108 Milliarden Dollar erwartet. Umsätze mit Rechenzentren in China sind darin nicht berücksichtigt. Noch höher liegt die unternehmenseigene Wachstumserwartung für das Fiskaljahr 2028. Finanzchefin Colette Kress rechnet mit rund 70 % Umsatzwachstum. Die Analystenschätzungen liegen bei 44 % und damit 26 Prozentpunkte darunter.
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