Mit 167,68 Euro verabschiedete sich die Nvidia-Aktie aus dem Donnerstaghandel und sattelte immerhin kleine 0,88 % auf. Allerdings liegt die Aktie immer noch deutlich im Gegenwind: -8,6 % sind es binnen von fünf Tagen. Die Angst vor der KI-Branche und möglichen Über-Investitionen gibt hier den Ton an.

Die Erwartungen bleiben allgemein indes hoch. Generell steht im Mittelpunkt steht die neue Vera-Rubin-Plattform, mit der Nvidia seine führende Stellung im boomenden Markt für Rechenzentren weiter ausbauen möchte.

Nvidia: Das soll noch immer bedeutend sein!

Gemeinsam mit seinen Fertigungspartnern bereitet der Konzern einen deutlichen Ausbau der Produktionskapazitäten vor. Branchenberichten zufolge sollen künftig bis zu 1.000 Vera-Rubin-Racks pro Tag gefertigt werden. Zum Vergleich: Von den aktuellen Grace-Blackwell-Systemen entstehen derzeit rund 300 Einheiten täglich. Der geplante Kapazitätssprung verdeutlicht, wie stark Nvidia auf eine anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Rechenleistung setzt. Hochrechnungen stellen dadurch theoretisch ein gewaltiges Umsatzpotenzial in Aussicht, auch wenn ein komplettes KI-Rack neben Nvidia-Hardware zahlreiche weitere Komponenten umfasst und somit nicht die gesamte Wertschöpfung beim Unternehmen verbleibt.

Mit Vera Rubin vollzieht Nvidia zugleich den nächsten Schritt vom Chipentwickler zum Anbieter kompletter KI-Infrastrukturen. Die neue Plattform verbindet die Vera-CPU mit der Rubin-GPU und ist auf moderne KI-Fabriken sowie agentische KI-Anwendungen ausgelegt. Erste Systeme werden bereits an große Cloud-Anbieter ausgeliefert. Damit rückt zunehmend der Verkauf kompletter Rack-Lösungen in den Vordergrund, was langfristig zusätzliche Wertschöpfung und höhere Margen ermöglichen könnte.

Die langfristigen Wachstumserwartungen bleiben entsprechend hoch. Nvidia-Chef Jensen Huang rechnet damit, dass die weltweiten Investitionen in Rechenzentren bis 2030 auf jährlich drei bis vier Billionen US-Dollar steigen könnten. Gelingt es Nvidia, seine dominante Marktstellung im Rechenzentrumsgeschäft zu behaupten, sehen Marktbeobachter weiterhin erhebliches Potenzial. Entsprechend optimistisch zeigen sich auch viele Analysten, deren durchschnittliche Kursziele weiterhin deutlich oberhalb des aktuellen Kursniveaus liegen.

Entscheidend wird nun sein, ob der Produktionshochlauf ohne größere Verzögerungen gelingt. Als wichtigstes Risiko gelten mögliche Engpässe bei HBM4-Speicherchips sowie steigende Fertigungskosten. Beides könnte den Ausbau der neuen Plattform bremsen. Anleger werden deshalb genau verfolgen, ob Nvidia seine ehrgeizigen Produktionsziele erreicht und die starke Nachfrage auch tatsächlich in weiteres Wachstum umsetzen kann.

Am Ende ist jetzt aber die Branchenstimmung zu schwach. Nvidia wird ca. am 29.8. die Quartalszahlen präsentieren. Dann kann sich das Blatt ggf. wenden.