Nvidia hat am Freitag rund 2,2 % nachgegeben. 177,22 Euro stehen derzeit auf den Kurstafeln. Die Notierungen sind damit dennoch unverändert stark. Die 100-Tage-Linie ist noch 3,7 % entfernt, der GD200 gleich 7,77 %. Charttechniker weisen auch jetzt noch darauf hin, dass bis zur Marke von 200 Euro derzeit kaum nennenswerte Widerstände zu erkennen sind. Und wer sich an Aussagen der Company orientieren möchte: CEO Huang sieht die Aktie als „buy“, Nvidia sei unverändert „King“ der AI.

Nvidia: Selbstbewusst sind sie

Für Nvidia hat sich die Situation – im Gegensatz zu vielen anderen KI- und Technologiewerten – zuletzt deutlich stabilisiert. Analysten sind ohnehin der Meinung, dass die Aktie noch erheblich höher bewertet werden kann. Rund 43 % höher liegen deren aktuellen Kursziele derzeit.

Einer der wichtigsten Gründe ist der weitere Ausbau der weltweiten KI-Infrastruktur. Nach Schätzungen von Analysten werden die Ausgaben für KI-Berechnungen bereits im kommenden Jahr die Marke von einer Billion US-Dollar überschreiten. Davon profitiert Nvidia erheblich, da das Unternehmen nach Schätzungen rund 90 % der weltweiten Ausgaben für KI-Grafikprozessoren auf sich vereint.

Damit rückt allerdings auch die Frage in den Mittelpunkt, ob dieses hohe Investitionstempo dauerhaft aufrechterhalten werden kann. Dies hängt vor allem von den großen Kunden ab. Zu ihnen zählen unter anderem Amazon, Google, Meta und Microsoft. Diese Unternehmen haben ihre Investitionen in Rechenzentren im ersten Quartal des laufenden Jahres um 78 % erhöht. Für die zweite Jahreshälfte wird mit weiteren Steigerungen gerechnet.

Inzwischen entfallen rund 91 % des Gesamtumsatzes von Nvidia auf das Geschäft mit Rechenzentren. Das eröffnet erhebliche Wachstumsmöglichkeiten, macht das Unternehmen zugleich aber auch stark von diesem Marktsegment abhängig.

Der Markt wartet nun vor allem auf die nächsten Quartalszahlen. Sie sollen am 26. August veröffentlicht werden. Nach aktuellen Schätzungen dürfte Nvidia einen Umsatz von rund 91 Milliarden US-Dollar ausweisen. Viele Marktteilnehmer erwarten allerdings erneut, dass das Unternehmen die Prognosen übertreffen wird. Dies ist in den vergangenen Jahren stets gelungen.

Auch die außergewöhnlich hohe Bruttomarge von rund 75 % dürfte nach Einschätzung vieler Beobachter erhalten bleiben. Zudem richten sich die Erwartungen auf die Einführung des neuen Vera-Rubin-Systems sowie darauf, dass die Lieferungen bestimmter Hochleistungschips nach China in begrenztem Umfang fortgesetzt werden können.