Trumps Handelsoffensive mit China klang nach einem Durchbruch für Nvidia. Doch Monate nach der Freigabe der H200-Chips hat noch kein einziger das Land verlassen — nicht wegen politischer Blockade, sondern wegen behördlicher Überlastung.
Die Genehmigungsbehörde am Limit
Das Bureau of Industry and Security (BIS), Washingtons Exportkontrollbehörde, steckt in der Klemme. Ein Fünftel der Lizenzierungsmitarbeiter fehlt, während der Caseload komplexer geworden ist. Das Ergebnis: Die durchschnittliche Bearbeitungszeit für Exportlizenzen stieg im ersten Halbjahr 2025 auf 76 Tage — gegenüber 38 Tagen im Jahr 2023. Unterstaatssekretär Jeffrey Kessler unterzeichnet inzwischen nahezu jede Lizenz persönlich, was den Stau nur vergrößert.
Hinzu kommt die geopolitische Ablenkung. Seit Ende Februar bindet der Iran-Konflikt die Aufmerksamkeit der BIS-Führung. Das geplante Treffen zwischen Trump und Xi Jinping, bei dem KI-Chips und Seltene Erden auf der Agenda stehen, wurde auf nächsten Monat verschoben.
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Bestellungen da, Lieferungen nicht
Das kommerzielle Potenzial ist enorm. Chinesische Kunden haben bereits Bestellungen für über zwei Millionen H200-Einheiten für 2026 aufgegeben — doch kein einziger Chip wurde ausgeliefert. Die Grundlage dafür schuf Trump am 8. Dezember 2025: Er genehmigte H200-Lieferungen an „zugelassene Kunden“ in China, gegen eine Abgabe von 25 Prozent des Umsatzes an die US-Regierung. Das BIS sollte Lizenzen für H200, AMDs MI325X und ähnliche Chips fallweise erteilen — sofern Sicherheitsanforderungen erfüllt sind. Auf dem Papier ein klarer Rahmen. In der Praxis: Stillstand.
Für Nvidia bedeutet das entgangene Einnahmen in erheblicher Größenordnung. China machte 2024 rund 17 Milliarden Dollar und 13 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Im vierten Quartal des Fiskaljahres 2026 erzielte Nvidia einen Rekordumsatz von 68,1 Milliarden Dollar — 73 Prozent mehr als im Vorjahr. Für das laufende Quartal prognostiziert das Unternehmen 78 Milliarden Dollar, schließt dabei aber China-Einnahmen aus dem Rechenzentrumsgeschäft explizit aus.
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Kurs stagniert, Bewertung moderat
An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit wider. Die Aktie notiert bei rund 161 Euro und hat seit Jahresbeginn kaum Boden gewonnen. Goldman Sachs verzeichnete im März 2026 den stärksten Hedgefonds-Abverkauf bei US-Technologiewerten seit 13 Jahren — Nvidia war mittendrin. Mit einem Forward-KGV von 21,5 liegt die Aktie nur knapp über dem S&P-500-Schnitt von 20,3, was die gedämpften Erwartungen reflektiert.
Analysten rechnen dennoch mit 30 Prozent Umsatzwachstum für das Gesamtjahr — getragen von anhaltenden Investitionen in KI-Infrastruktur. Das eigentliche Aufwärtspotenzial aus China bleibt vorerst eingefroren: Nvidias leistungsstärkste Blackwell-Chips dürfen weiterhin nicht nach China exportiert werden, selbst wenn die H200-Lizenzen irgendwann fließen sollten.
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