Nvidia Aktie: Rubin CPX gilt intern als gescheitert

Nvidias Rubin-CPX-Chip gilt bei Zulieferern als eingestellt. Rekordumsätze im Rechenzentrum und eine nahende Dividende stützen die Aktie.

Nvidia Aktie
Kurz & knapp:
  • Rubin-CPX-Projekt ohne Bestellungen
  • Zulieferer sehen GPU-Projekt als gescheitert
  • Rekordumsatz von 81,6 Milliarden Dollar
  • Ex-Dividenden-Tag in dieser Woche

Nvidia startet in die neue Handelswoche mit einer ungewohnten Belastung: Nicht die Quartalszahlen, sondern das Schweigen der Zulieferer bestimmt die Stimmung. Branchenquellen erklären ein wichtiges GPU-Projekt intern für gescheitert — offiziell sagt Nvidia dazu nichts.

Rubin CPX: Kein Auftrag, kein Signal

Der Kern des Problems ist konkret. Nvidia hat für den Rubin CPX — einen inferenzoptimierten Grafikprozessor, der ursprünglich für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant war — weder Bestellungen für Speicherchips noch für Substrate platziert. Besonders auffällig: Keinerlei Aktivität rund um GDDR7-Speicher, der als Kernkomponente vorgesehen war. Zulieferer hatten auf eine breitere Marktdurchdringung von GDDR7 gesetzt — diese blieb aus.

Ein Substrat-Branchenvertreter formuliert es unverblümt: Viele in der Industrie betrachten das Projekt als faktisch eingestellt. Offiziell ist das nicht bestätigt. Nvidia hat keine öffentliche Absage kommuniziert. Dass der Rubin CPX beim GTC 2026 in den präsentierten Roadmaps fehlte, verstärkt jedoch die Interpretation, dass das Produkt entweder gestrichen, verschoben oder grundlegend überarbeitet wird.

Strategie im Wandel

Hinter dem Stillstand steckt offenbar ein Umdenken. Nvidia-Vizepräsident Ian Buck deutete an, dass die Idee eines CPX-Chips nicht aufgegeben, sondern auf die Feynman-Generation verschoben wurde — ein Produkt, das noch einige Jahre entfernt ist. Der Grund: Die Anforderungen bei KI-Inferenz haben sich verschoben. Statt langer Kontextfenster steht heute die sogenannte Time to First Token im Vordergrund — also wie schnell ein Modell die erste Antwort liefert. Das begünstigt andere Architekturen.

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An Bedeutung gewinnt deshalb das Rubin-LPX-Tray, das auf Groqs LPU-Einheiten setzt und gezielt die Decode-Phase von Inferenz-Workloads adressiert.

Breitere Lieferkettenprobleme

Der Rubin CPX ist kein Einzelfall. TrendForce warnt, dass Nvidias gesamte Rubin-GPU-Generation später und in geringeren Stückzahlen ausgeliefert werden dürfte als erwartet. Den Anteil von Rubin an Nvidias High-End-GPU-Lieferungen für 2026 revidierte TrendForce von 29 auf 22 Prozent. Als Gründe nennt das Marktforschungsunternehmen die aufwendige Validierung des neuen HBM4-Speichers, die Migration auf ConnectX-9-Netzwerkkarten sowie erhöhte Anforderungen an Stromversorgung und Flüssigkühlung.

Rekordgeschäft als Gegengewicht

Das operative Fundament bleibt eindrucksvoll. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte Nvidia einen Rekordumsatz von 81,6 Milliarden Dollar — ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Rechenzentrum-Segment steuerte 75,2 Milliarden Dollar bei, ein Anstieg von 92 Prozent. Für das laufende zweite Quartal peilt Nvidia rund 91 Milliarden Dollar Umsatz an, ohne dabei Einnahmen aus China einzukalkulieren.

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Hyperscaler machten dabei rund die Hälfte des Rechenzentrumsumsatzes aus. Die andere Hälfte verteilt sich auf KI-Cloud-Anbieter, Industriekunden, Unternehmen und staatliche Auftraggeber — eine Diversifizierung, die das Geschäftsmodell breiter abstützt.

Dividende und Kurslage

Ein konkretes Datum für die laufende Woche: Die Ex-Dividenden-Tag für Nvidias neue Quartalsdividende von 0,25 Dollar je Aktie fällt in die ersten Handelstage. Ausgezahlt wird am 26. Juni an Aktionäre, die am 4. Juni im Register stehen.

Die Nvidia-Aktie notiert aktuell bei 181,40 Euro und damit knapp zehn Prozent unterhalb des 52-Wochen-Hochs von 201,05 Euro. Mit einem RSI von 36 nähert sich der Titel technisch der überverkauften Zone. 61 von S&P Global befragte Analysten sehen im Konsens ein Kursziel von umgerechnet rund 270 Euro — das entspräche einem Aufschlag von gut 40 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.

Die Woche wird zeigen, ob Nvidia die Lieferketten-Gerüchte mit einer offiziellen Stellungnahme aus der Welt schafft — oder ob das Schweigen anhält und die Interpretationsspielräume weiter wachsen.

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