Im Zuge der eingetrübten Stimmung im KI-Sektor geht es auch für die Aktie von Nvidia weiter bergab. Knapp 2 % verlor das Papier am Dienstag und fiel auf gut 170 Euro.

An den Märkten wächst die Sorge vor einem möglichen „Kartenhaus-Effekt“. Gemeint ist die Befürchtung, dass immer mehr Unternehmen ihre bislang hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz infrage stellen könnten.

Nvidia ist dem Stimmungsfeuer an den Märkten derzeit deutlich ausgeliefert, während Analysten die Amerikaner noch immer feiern

Kleinere Unternehmensnachrichten spielen für Nvidia derzeit nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings wurde bekannt, dass Nvidia mit OpenAI Gespräche über ein großes Rechenzentrumsprojekt in Ohio führt. Dabei soll es unter anderem um eine Kreditabsicherung in Höhe von rund 250 Milliarden US-Dollar gehen, die Nvidia OpenAI möglicherweise gewähren könnte.

Genau solche Konstruktionen bereiten den Börsen derzeit Sorgen. Sie werden häufig als „Circular Deals“ bezeichnet. Gemeint sind Finanzierungsmodelle, bei denen Unternehmen wie Nvidia ihren Kunden Kredite oder Finanzierungszusagen gewähren, damit diese die eigenen KI-Chips erwerben können. Kritiker befürchten, dass dadurch ein Kreislauf entsteht, der die Bewertungen der Unternehmen künstlich nach oben treibt.

Nvidia selbst ist damit ebenfalls Gegenstand dieser KI-Sorgen. Wie weit die Aktie kurzfristig noch nachgeben könnte, bleibt offen. Nach Einschätzung der meisten Analysten ist das Unternehmen jedoch weiterhin deutlich unterbewertet. Die durchschnittlichen Kursziele liegen derzeit mehr als 54 % über dem aktuellen Kursniveau. Die Kursziele sind indes schon einige Tage alt. Deshalb hat der Markt nun eine neue Ära aufgeschlagen. Immerhin scheinen die Analysten aktuell nicht bereit zu sein, diese Kursziele nun wieder einzukassieren. Über 50 % sind daher noch immer ein Wort.